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Wirtschaft verstehen

Ist Trumps Handelspolitik mit dem Holzhammer erfolgreich?

Von Hermann Neumüller   27. Februar 2019 00:04 Uhr

Gelingt dem Rüpel aus Washington tatsächlich, was den Europäern nicht gelungen ist?

Es könnte auf einen "Deal" hinauslaufen. Der Handelskonflikt der USA mit China geht überraschend in die Verlängerung. Ursprünglich wollte der US-Präsident Donald Trump die Strafzölle für Waren aus China schon mit 1. März dramatisch erhöhen.

Am Sonntagabend teilte er mit, dass die Einführung der Zölle verschoben wird. "Ein sehr gutes Wochenende für die Vereinigten Staaten und China", schloss Trump seinen Tweet. Nähere Angaben machte er nicht.

Spannend wird dieser Handelskonflikt, wenn man darauf achtet, worum es neben den Strafzöllen noch geht. Amerika fordert mehr Marktzugang in China, eine Verringerung des amerikanischen Handelsdefizits und einen besseren Schutz gegen Produktpiraterie und zwangsweisen Technologietransfer für in China tätige US-Unternehmen.

Das sind Themen, worüber auch europäische Regierungen immer wieder mit den Chinesen geredet haben. Weitgehend erfolglos. Gelingt dem Rüpel aus Washington tatsächlich, was den Europäern nicht gelungen ist? Ist der Wink mit dem Zaunpfahl die geeignete Methode, um die Chinesen zum Einlenken zu bringen?

Wir wissen noch nicht, wie der Konflikt mit den Chinesen wirklich ausgeht. Sollte die "Methode Trump" bei den Chinesen erfolgreich sein, dann müssen wir Europäer uns warm anziehen. Auch der EU und speziell Deutschland wirft der US-Präsident vor, "unfair" zu sein. Ein Strafzoll etwa auf Autos würde die Deutschen massiv treffen. Trump sind offenbar die Kollateralschäden egal, die er auch in der US-Wirtschaft anrichtet, etwa bei der deutlich nachlassenden Konjunktur. Das macht ihn so gefährlich. Derzeit hört man aus Brüssel nur, dass die EU im Falle von US-Strafzöllen mit derselben Methode zurückschlagen will.

Man darf hoffentlich davon ausgehen, dass die EU auch darüber nachdenkt, welche Angebote man Trump machen könnte, um ihn zum Einlenken zu bewegen. Falls sie das nicht tut, dann wird es höchste Zeit. Beispielsweise verlangt die EU derzeit zehn Prozent Zoll für importierte Autos aus den USA. Umgekehrt sind es zweieinhalb Prozent.

Nicht nachgeben wäre natürlich die "sauberste" Antwort auf die Holzhammer-Methode Trumps. Aber können wir uns das leisten? Es geht im Falle von Strafzöllen um Wirtschaftswachstum und letztlich auch um Arbeitsplätze – und zwar um ziemlich viele.

Soll man Trump lieber aussitzen in der Hoffnung, dass er nächstes Jahr nicht noch einmal gewählt wird? Derzeit sieht es so aus, als hätte der US-Präsident durchaus Chancen, wiedergewählt zu werden. Er arbeitet konsequent seine Wahlversprechen ab. Von der Mauer zu Mexiko angefangen bis hin zur Abschaffung der seiner Meinung nach "unfairen" Handelspraktiken der Chinesen und Europäer. Die Gefahr, noch vier Jahre mit diesem US-Präsidenten auskommen zu müssen, ist groß.

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