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Unser Innviertel

Das Besondere an uns

Von Roman Kloibhofer   21. März 2019 00:04 Uhr

Begegnungszone in Ried

Ein augenzwinkender Blick auf kürzlich beobachtete Besonderheiten bei uns im Innviertel

"Samma manchmal a wengal bsunders?" Ja. Zum Beispiel, wenn wir einander begegnen und Höflichkeiten austauschen. Da ist es bei uns gar nicht so einfach, den richtigen Ton zu treffen.

So wie neulich beim Bäcker. Ich zur jungen Verkäuferin: "Grüß Gott, ich hätt gern sechs Semmerl, zwei Kipferl und zwei Kornspitz. Gebn’s mir bitte bei den Semmerl eher die dunkleren." Die junge Verkäuferin: "Passt. Kriagst sunst a nu was? Brauchst a Sackerl?" Ich: "Nein. Danke." Nach dem Zahlen, ich: "Pfüat di!" Die junge Verkäuferin zu mir: "Auf Wiedersehen."

Auch die Begegnungen in der Begegnungszone in Ried fallen mitunter in die Kategorie "besonders". Gefahren wird, bis es nicht mehr geht. Neulich in der Thurnerstraße: Es staut, Auto um Auto steht Stoßstange an Stoßstange. Der Fahrer eines weißen Autos fährt dem Lieferwagen vor ihm so knapp auf, dass ein Durchgehen zwischen den stehenden Fahrzeugen nicht möglich ist. Also wähle ich den vermeintlichen Spalt zwischen dem weißen und dem dahinter stehenden hellbraunen Auto. Schon meine geringste Absicht, vor dem hellbraunen Wagen die Straße zu queren, nimmt der ältere Fahrer desselben zum Anlass, den Abstand auf ein minimales Maß zu reduzieren. Passieren wäre gerade noch möglich, doch mein nächster Schritt bringt den Fahrer ganz aus der Fassung und er fährt auf Zentimeterabstand – und das, obwohl ich schon zwischen den Fahrzeugen stehe. Sehenden Blickes nimmt er meinen aus Selbstschutz getätigten Schritt zurück zum Anlass, noch ein paar Zentimeter draufzugeben. Die Lücke ist zu, der linke Vorderreifen rollt um wenige Zentimeter an meinem rechten Fuß vorbei. Und der Wagen steht. Auch ich bleibe stehen, wortlos und ohne eine Geste (worüber ich heute noch verwundert bin). So harren wir geschätzte zehn Sekunden aus, der ältere Lenker vermeidet mittlerweile jeden Blickkontakt, bis sich die Kolonne wieder um ein paar Meter weiter bewegt. Das mit Kopfschütteln begleitete Lachen der Insassen des danach folgenden Wagens war ansteckend – und hat einem anderen Fußgänger in Richtung Autofaher "Du bist scho’ a bsunderer Spezialist" entlockt.

Dass wir vom Land vielleicht doch nicht die "Bsunderen" sind, sondern eher die von der Stadt, zeigt eine Aussage einer Innviertlerin, die nach einem Ausflug nach Wien gemeint hatte: "A wengal bsunders han dö Weana schon. Erstens gengan dö vui mehra z’Fuaß wia mia. Und wann’s schen is, liegn’s alle in da Wiesn umadum. Dös fallert bei uns neamt ein!"

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