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Kotankos Corner

Frühstücks-TV: Gemeinden sollen mitzahlen

Von Christoph Kotanko   20. Januar 2016

Frühstücks-TV: Das Mühlviertel macht den Anfang
Jutta Mocuba

„Guten Morgen, Österreich“. Am 29. März startet der ORF sein neues Frühfernsehen. Jede Gemeinde wird gezeigt – und soll die Produktion mitzahlen. Oberösterreich kommt an fünf Wochen im Jahr 2016 dran.

Offiziell ist noch viel unter Verschluss; ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz behält sich die Verkündigung aller Details des Frühfernsehens vor.

Daher sind Oberösterreichs Landesdirektor Kurt Rammerstorfer nur ein paar Sätze abzuringen: "Wir freuen uns auf neue Aufgaben und Herausforderungen. Das stärkt die Standortsicherheit der Landesstudios." Er verweist auch auf die exzellenten Quoten von "Bundesland heute" – "die erfolgreichste Sendung des ORF".

Ein paar Fixpunkte der neuen Morgenschiene hat der ORF in Wien allerdings schon bestätigt: Start am 29. März, Ausstrahlung wochentags zwischen sechs und neun, zur vollen und zur halben Stunde gibt es eine "Zeit im Bild", um viertel nach und viertel vor Wetter und Verkehr, dazwischen Tagesthemen, Beiträge aus der Region, Studio-Gäste, Service-Elemente. Gesendet wird aus einem mobilen Studio, das ein Lastwagen durch die Lande zieht. Im Lauf der Zeit soll jede der 2100 Gemeinden Österreichs drankommen, egal wie groß, egal wie entlegen sie ist.

Bühne für Bürgermeister

Die ersten Sendungen kommen aus dem Land Salzburg, was den langjährigen Bürgermeister von Hallwang bei Salzburg, Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer, freut. Wohl kein Zufall: Mödlhammer ist eine treibende Kraft hinter dem Großprojekt, das den Gemeinden und Bürgermeistern eine große Bühne bietet.

"Das wird kein Bürgermeisterfernsehen", betont Mödlhammer im Gespräch mit den OÖNachrichten. "Aber es ist eine grandiose Idee, die Leistungen der Kommunen darzustellen, ihre Vielfalt, ihre Menschen. Dafür habe ich mich natürlich massiv eingesetzt."

Billig ist die Sache nicht. Die kalkulierten Netto-Kosten – abzüglich der erwarteten Erlöse – betragen sechs Millionen Euro.

Zu diesen Erlösen sollen die Gemeinden beitragen. Es wird zwar vom ORF kein Produktionskostenbeitrag eingehoben, aber laut Mödlhammer "kann jede Gemeinde ein Ortsporträt kaufen, welches die ORF-Profis machen". Der Preis werde sich "in einer Größenordnung von 3000 Euro bewegen".

Gäste aus der Region

Wenn pro Jahr 250 Gemeinden zugreifen, kommen immerhin rund 750.000 Euro zusammen.

Oberösterreich ist an insgesamt fünf Wochen 2016 dran. Gestartet wird im Mühlviertel. Die Premiere findet entweder in Freistadt oder in Rohrbach statt.

Wegen der großen Distanzen im Land ist es ausgeschlossen, dass der ORF-Truck an einem Tag z. B. in Rainbach im Mühlkreis gastiert, am nächsten 170 Kilometer entfernt in Neukirchen an der Enknach.

Für die Moderation sind mehrere Darsteller vorgesehen. In der Zentrale in Wien wechseln sich, wie berichtet, die gebürtige Oberösterreicherin Eva Pölzl und der Salzburger Lukas Schweighofer ab.

Zusätzlich stellt jedes Landesstudio zwei Moderatoren. In Oberösterreich werden Jutta Mocuba und Günther Madlberger abwechselnd die Frühschicht machen.

Redaktionell ist das Frühfernsehen schwierig. Denn nicht jeder Ort gibt journalistisch gleich viel her. Um Leerlauf zu vermeiden, werden sämtliche Ortsporträts vorproduziert und vorsorglich Gäste aus der Region eingeladen.

Experten Assinger, Ploberger

Dazu kommen so genannte Rubriken, von der Gesundheit bis zum Haustier. So soll Armin Assinger über Fitness fabulieren, die Ärztin und Ex-Miss-Austria Christine Reiler über Medizin, Karl Ploberger über Haus und Garten.

Die gebürtige Marchtrenkerin Eva Pölzl, die zuletzt bei Privatsendern arbeitete, freut sich auf ihren neuen Job. "Ich war noch nie ein Morgenmuffel und werde den frühen Morgenstunden mit regionaler Herzlichkeit begegnen", sagte sie am Dienstag.

Sie findet es "sehr aufregend, dass ich nach zwanzig Jahren als TV-Moderatorin mit diesem Projekt Neuland betreten darf".

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