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Serviert

Plädoyer für den Apfel, der alles kann

Von Karin Haas 19. September 2019 00:04 Uhr

Noch hängen die meisten auf den Bäumen. Passt die Sorte, legen sie sich jetzt so richtig rote Bäckchen zu. Aber alle profitieren vom Wechsel Altweibersommertage und kühle Nächte. Denn das bringt das feine Aroma.

Die Rede ist vom Apfel, dem heimischen, dem am meisten unterschätzten Obst. Denn es ist paradox: Alles, was wir vor der Haustür haben, was einfach und preiswert zu bekommen ist, und zwar in rauen Mengen, wird oft nicht gebührend gewürdigt.

Achtlos landen Äpfel in großen Säcken und zu Kilopreisen jenseits eines Euros im Einkaufswagerl. Längst ist der hausgemachte Apfelstrudel, früher eine Speise im Wochenrhythmus, selten geworden. Das Apfelkompott scheint überhaupt ausgestorben. Apfelmus wird oft fertig gekauft. Gebackene Apfelradln werden in Haubenrestaurants von staunenden Jung-Gourmets bestellt.

Doch der Apfel ist schlicht perfekt, und das in seiner Urform. Feinschmecker erfreuen sich an seiner Sortenvielfalt und den Geschmacksnuancen. Gesundheitsapostel bringen seine Vitamine, Enzyme und Ballaststoffe in Fahrt. Wanderer schätzen den kleinen, wohltuend langsam einsetzenden Zuckerkick.

Nachhaltige Gemüter erfreuen sich an den kurzen Wegen, auch Regionalität genannt. Denn ein Apfelbauer ist immer in Reichweite. Die Anti-Plastik-Fraktion ist froh, dass ein Apfel keine Verpackung braucht. Die Schale ist Schutz genug. Wer ganz vorsichtig ist, nimmt ein Papiersackerl.

Äpfel machen wenig Mist. Man isst sie einfach auf. Es geht sogar mit Putz. Da bleibt von einer Ananas, einer Mango oder einer Melone schon mehr, das im Kompost zu entsorgen ist. Nicht wissenschaftlich gesichert ist, dass Äpfel das Leben verlängern. Sie wissen schon, dieses Sprichwort von "einem Apfel pro Tag", der helfe, dass man weniger zum Arzt muss.

Nicht zuletzt gibt es die New Yorker Stilikone Iris Apfel. Sie bekam heuer im Frühjahr im Alter von 97 Jahren einen Model-Vertrag bei jener Agentur, bei der auch Kate Moss gebucht wird. Was "Äpfel" alles können!

Die Kolumne schreiben abwechselnd Karin Haas und Philipp Braun, das Genussteam der OÖNachrichten.

Artikel von

Karin Haas

Kulinarik-Redakteurin

Karin Haas
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