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Serviert

Bärlauch: Diese Invasion kam unerwartet...

Von Karin Haas 02. Mai 2019 00:04 Uhr

Kulinarisches Abenteuer "Bärlauch": Witzigmann kocht seit 40 Jahren damit
Schon jetzt kann man beim Spazierengehen Bärlauch finden.

Meine Beziehung zu Bärlauch war nicht gerade eine Liebesgeschichte. Doch jetzt...

Meine Beziehung zu Bärlauch war nicht gerade eine Liebesgeschichte. Mir ist diese Invasion auf den Speisekarten schon seit Jahren suspekt. Bärlauch wird fein gehackt freudig über alles (Un)mögliche gestreut. Sogar die guten, alten Nockerl kommen kurzzeitig in grünem Habitus daher.

Nicht nur bei Bärlauchsuppe sind die atemtechnischen Folgen wohl bekannt. Sie resultieren im Bemühen, auch seine Mitesser zum Genuss von Bärlauch zu bewegen. Schließlich ist das Hervorrufen markanten Atems ein Manöver, das Bärlauch mit großer Bravour beherrscht. Kurz gesagt, Bärlauch ist mir nicht ganz geheuer, und dies nicht erst, seit ich die bei einer Auen-Wanderung gesammelten Bärlauchknospen, in Öl eingelegt, fast jahrelang im Kühlschrank beherbergte. Zu streng war der Geruch im Salat und Gästen schon gar nicht zuzumuten. Ganz verscherzt hat es sich der Bärlauch heuer mit mir, als er sich, als Pesto in einem Bügelglas eben nicht ganz verschlossen, in meine Lieblingshandtasche ergoss. Sogar die Hand, die die Geruchsmisere beseitigen wollte, roch trotz intensiven Waschens nach Tagen noch nach der Geruchsbombe.

Doch erst gestern hat sich eine schlagartige Verschiebung meiner Bärlauch-Perspektive eingestellt. Bei einem Streifzug durch meinen Garten stellte ich unerwarteten und ungeplanten Zuzug fest. Bärlauch breitet sich, bisher inkognito, in einer abgelegenen Ecke aus. Das ist köstlich und toll. Deshalb darf ich Ihnen folgendes "Lieblingsrezept" empfehlen. Zwei, drei Bärlauchblätter waschen, fein wiegen (Omas Wiegemesser!) oder sehr fein schneiden (gerne mit Einweghandschuhen). Mit 250 Gramm Topfen (cremig, 20 % Fett), einem halben Becher Sauerrahm, drei Prisen Salz, einem Teelöffel scharfen Senf und drei übrig gebliebenen, fein gehackten Ostereiern vermengen. Besonders köstlich auf Vollkornbrot, mit rosa Pfeffer bestreut. Ich liebe "meinen" Bärlauch...

 

Die Kolumne schreiben abwechselnd Karin Haas und Philipp Braun, das Genussteam der OÖNachrichten.

Artikel von

Karin Haas

Kulinarik-Redakteurin

Karin Haas
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