Lade Inhalte...

Leibhaftiger Frühjahrsputz

Von Von Claudia Riedler   17.April 2019

Leibhaftiger Frühjahrsputz
Hannelore Kleiß hat in diesem Frühling bereits viele Wildkräuter gesammelt und daraus gleich eine gute Suppe zubereitet.

Die Suppe hat lange Tradition: Früher mussten die Menschen im Winter auf frische, vitaminreiche Kost verzichten, umso sehnlicher wurden die ersten Kräuter erwartet. "Wildkräuter sind also bestens geeignet, um einen inneren Frühjahrsputz vorzunehmen", sagt die Expertin. Müssen es wirklich neun Kräuter sein? "Neun gilt in vielen Kulturen als Zahl der Vollkommenheit und der Weisheit. Sie enthält dreimal die als göttlich angesehene Zahl Drei", erklärt Kleiß. Man müsse aber nicht so streng sein, die Suppe schmecke auch mit weniger Kräutern. Jedes einzelne wirkt:

Wie wirken die Kräuter?

Bärlauch regt die Verdauung an, wirkt desinfizierend, stärkt die Abwehrkräfte, wirkt blutdrucksenkend und gegen Arterienverkalkung. Beim Erhitzen verliert er Geschmack und büßt seinen hohen Vitamin C-Gehalt ein. Daher frisch verwenden und roh unter Salate oder andere Speisen mischen.

Schafgarbe wird auch "Frauenkraut" genannt und wirkt blutreinigend, blutstillend, krampflösend – eine Heilpflanze für die Verdauungsorgane und bei Frauenleiden.

Löwenzahn regt die Nieren an und stärkt die Leber. Die Blätter schmecken bitter und regen die Verdauung an. Und: Was bitter im Mund, ist dem Herzen gesund.

Vogelmiere wirkt hustenstillend, harntreibend, heilend, schleimlösend, antiviral und herzstärkend. Die Blätter enthalten viel Vitamin C und Phosphor.

Giersch (Erdholler) wirkt entgiftend, harntreibend und blutreinigend. Dieses Kraut eignet sich für Salate, Aufläufe, Wildspinat.

Brennnessel wirkt blutreinigend, stoffwechselanregend, entgiftend, schleimlösend, stärkend, cholesterinsenkend, enthält viel Eisen und Vitamin C. Der Nervenbotenstoff Acetylcholin stärkt das Gehirn.

Gänseblümchen wirken blutreinigend, wassertreibend und schleimlösend. Sie sind hilfreich bei Überanstrengung. Einmal wöchentlich einige Gänseblümchen genügen.

Knoblauchrauke wirkt schleimlösend und desinfizierend. Sie stärkt die Abwehrkräfte.

Lungenkraut wirkt auswurffördernd, gewebefestigend, wundheilend. Die Wirksamkeit gegen alle Lungenleiden ist lange bekannt. Blätter und Blüten können frisch gegessen werden und passen in Suppen und Salate.

 

Das Rezept

Das Rezept

Die Neun-Kräuter-Suppe ist möglicherweise der Ursprung des Spinatessens am Gründonnerstag. Hannelore Kleiß verrät ihr Rezept:

Zutaten: 1 Zwiebel, 1-2 EL Butter, 2 EL Mehl, 4 mehlige Kartoffeln, 2-3 Handvoll Kräuter, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Schlagobers, 1 Liter Gemüsebrühe

Zubereitung: Die Zwiebel klein schneiden und in Butter anrösten. Das Mehl dazugeben und eine helle Einbrenn machen, unter Rühren mit der Suppe aufgießen und glatt rühren.

Die klein geschnittenen Kartoffeln zugeben und weich kochen. Zum Schluss die Kräuter in die Suppe geben. Diese werden fein geschnitten, wenn die Suppe schon fast fertig ist, und kurz vor dem Servieren hinzugegeben. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe, vor allem die Vitamine, erhalten.

Die Suppe mit dem Mixstab pürieren und eventuell mit etwas Schlagobers verfeinern und mit Blüten garnieren.
Zusätzlich kann noch Eigelb mit Sauerrahm verquirlt und unter die Brühe gezogen werden.

Diese Frühlingskräuter eignen sich besonders: Brennnesseln, Spitzwegerich, Schafgarbe, Löwenzahn, Sauerampfer, Vogelmieren, Giersch, Bärlauch, Gänseblümchen, Gundelrebe, Taubnessel, Lungenkraut, Knoblauchrauke, Scharbockskraut, Guter Heinrich und Brunnenkresse

copyright  2019
14. Dezember 2019