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Landsleute

Herbert Sieghartsleitner: "Jagd ist mehr als Trophäenkult"

Von Philipp Hirsch   25. April 2019 00:04 Uhr

"Jagd ist mehr als Trophäenkult" Von Philipp Hirsch
Der Mollner Herbert Sieghartsleitner wurde am Dienstag zum Landesjägermeister gewählt.

In den kommenden sechs Jahren wird der dreifache Vater die oberösterreichische Jägerschaft nach innen und außen vertreten.

Der Wald ist im Wandel. Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange. Sie wird Opfer fordern. Eschen zum Beispiel wird es in Oberösterreich in einigen Jahren wohl nicht mehr geben. "Die Veränderungen, die uns bevorstehen, sind beispiellos", sagt der neue Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner. Er weiß, wovon er spricht. Seit 36 Jahren ist der Land- und Forstwirt aus Molln Jäger. Er kennt den Wald und seine Bewohner so gut wie nur wenige. Nicht nur den Bäumen, auch den tierischen Bewohnern des Waldes stehen schwierige Jahre bevor. Beim Gamswild sei "die Situation kritisch: Da wissen wir nicht, wo die Reise hingeht", sagt er.

In den kommenden sechs Jahren wird der dreifache Vater die oberösterreichische Jägerschaft nach innen und außen vertreten. Er war der Wunschkandidat seines Vorgängers Sepp Brandmayr. Sieghartsleitner ist ein besonnener Mann. Im Gespräch mit Journalisten wählt er seine Worte mit Bedacht. Dass die Jagd bei vielen Oberösterreichern in den vergangenen Jahrzehnten laut Umfragen an Ansehen verloren hat, stört den 54-Jährigen. "Die Jagd ist so viel mehr als nur Trophäenkult. Jagd ist Freude und Achtung gegenüber der Natur", sagt er. Das erklärte Ziel seiner Amtszeit: "Die Jäger sollen wieder an Akzeptanz gewinnen."

Sieghartsleitner steht in seiner neuen Funktion ein schwieriger Spagat zwischen "Tradition und aktueller Notwendigkeit" bevor. Die Zeit drängt: "Unsere Lebensräume werden knapp, weil die Ansprüche des Menschen immer mehr werden. Es braucht jetzt Ordnung, wie wir die Lebensräume nutzen und einteilen; in zehn Jahren ist es zu spät." Um diese Neuordnung zu erreichen, möchte er den Dialog suchen. Nachhaltige Jagd könne nur dann gelingen, wenn sie Teil "einer umfassenden Abstimmung zwischen Naturraumnutzern und Lebensraumgestaltern ist".

Einen kleinen Wahlverlierer gab es bei Sieghartsleitners Kür zum obersten Jäger des Landes aber auch: "Für meinen Hund werde ich jetzt wohl weniger Zeit haben."

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