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Haimbuchner: Landschaftsoper auf dem Dachstein war "illegal"

Von Gabriel Egger   21.Juni 2021

Die Alphornbläser auf dem Dachsteingletscher.

Ein Signal zu geben war die Intention jener, die vergangenen Sonntag auf dem Dachsteingletscher zusammenkamen. „Das Signal am Dachstein“, eine Landschaftsoper, die vom oberösterreichischen Festival der Regionen unterstützt und von „La Strada Graz“ durchgeführt wurde, sollte in subtiler Form auf den Gletscherschwund und die Klimaveränderung aufmerksam machen.

270 Gäste, die per Bahn von Ramsau am Dachstein auf den Berg gelangten und der Ratrac-Spur unter die Dachstein-Schulter folgten, waren geladen. Alphornbläser schickten zu Sonnenaufgang ihre Klänge über den Gletscher, Sänger und Sängerinnen stimmten mit ein. Ein „magisches Schauspiel“, sagten jene, die ihm lauschen durften. Doch nur einen Tag später gab es unstimmige Nebengeräusche.

„Rücksichtsloses Verhalten“

Denn die Veranstaltung hätte gar nicht stattfinden dürfen. Weil der Gletscher zum Großteil im Gemeindegebiet von Obertraun und gleichzeitig in der strengsten Schutzzone liegt, hatten die Veranstalter bei der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich um eine Genehmigung angefragt. „Auch die schärfsten Umweltschützer gaben uns im Vorhinein positive Stellungnahmen. Wir haben uns nur auf der ausgetretenen Spur bewegt, die täglich auch von Touristen und Bergsteigern genutzt wird“, sagt Veranstalter Werner Schrempf. Am späten Nachmittag vor der Veranstaltung, kurz nach der Generalprobe, sei dann aber der 18 Seiten lange negative Bescheid der Naturschutzabteilung gekommen. „Wir haben das erst danach richtig realisiert“, sagt Schrempf.

Für Landeshauptmann-Stellvertreter und Naturschutzreferent Manfred Haimbuchner (FP) sei das Verhalten der Veranstalter „rücksichtslos gegenüber der Natur“ und müsse Konsequenzen haben.
„Die Veranstalter, die mit ihrer illegalen Aktion auf die Gletscherschmelze aufmerksam machen wollten, haben der Natur damit einen Bärendienst erwiesen, indem sie sich über das Gesetz stellten und dabei gleichzeitig die Gefährdung und Zerstörung von Natur-und Pflanzenwelt in Kauf genommen haben“, sagt er. Strafen bis zu 35.000 Euro drohen. 

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21. September 2021