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Renault Espace TCE: Der Espace im Triebwagen-Modus

Mit dem neuen Turbo-Benziner wird der extravagante Franzose zum dynamischen Sportler

Der Espace im Triebwagen-Modus

Flacher als der Vorgänger, doch bei umgeklappten Sitzen passen immer noch 2101 Liter Ladung hinein. Bild: PRODIGIOUS Production

Der Renault Espace war schon ein Crossover-Modell, lange bevor das Marketing Autos, deren Karosserieform ein Stilmix ist, mit dieser Bezeichnung etikettierte. Außerdem hatte die Großraumlimousine aus der Grande Nation immer schon das gewisse Etwas – die Kunststoff-Karosserie des von Matra gefertigten Erstlings (1984–1990) ist da noch in bester Erinnerung . Ein Charakterzug, der bis zur nunmehrigen fünften Generation erhalten geblieben ist. Die getestete Version mit dem neuen, 225 PS starken Turbo-Benziner erinnert etwas an einen speziellen Espace, dem ich zuletzt 1994 beim Formel-1-Grand-Prix von Silverstone begegnet bin. Im Gegensatz zur damals speziell angefertigten F1-Version (wahnwitzige 810 PS, Geräuschpegel wie startender Eurofighter) war das Testauto gut fahrbar und zumindest optisch ein Leisetreter.

Design: Der Espace ist toll in Form und im inzwischen stark frequentierten Van-Segment unverwechselbar geblieben. Der Nutzwert ist allerdings in der Prioritätenliste der Designer etwas nach hinten gerutscht – Vorgänger-Modelle waren beim Möbelkauf bessere Partner.

Innenraum: Auch hier wirkt der Espace anders als die anderen. Optisch dominiert wird das Cockpit vom großen Touchscreen in der Mitte. Die Menüführung haben regelmäßige Benutzer von Smart-phones oder Tablets schnell im kleinen Finger, die "Generation off-line" wird sich etwas schwerer damit tun. Der Sitzkomfort ist ausgezeichnet (in der getesteten Executive-Ausführung hatten die Vordersitze sogar eine Massage-Funktion), die Rundumsicht nicht zuletzt aufgrund des Panoramadaches wie in einem Glashaus.

Fahrwerk: Der Franzose kann alles – vom schwebenden Raumgleiter bis zur sportlichen Rakete, das durch die verschiedenen Fahr-Modi wählbare Set-up bietet etwas für jeden Geschmack. Beim hurtigen Beschleunigen aus dem Stand hat die Vorderachse allerdings Probleme, das Schmalz ohne durchdrehende Vorderräder auf die Straße zu bringen.

Motor: Das eingangs erwähnte F1-Sondermodell und den aktuell stärksten Espace trennen natürlich Welten, aber auch die 225 PS aus dem 1,8-Liter-Vierzylinder reichen für diverse Aha-Erlebnisse. Dieser Espace überzeugt mit einer 0-auf-100-Beschleunigung in 7,5 Sekunden auch als dynamischer Sportler. Die Siebengang-Automatik mit dem Doppelkupplungsgetriebe lebt in harmonischer Symbiose mit dem Kraftwerk, das allerdings recht durstig wird, wenn man es eilig hat. Wer auf 100 Kilometer weniger als zehn Liter verheizen möchte, muss gaaaanz artig sein.

Fazit: Der Renault Espace ist ein Auto für Individualisten geblieben. Auch wenn beim Nutzwert vielleicht ein paar Abstriche gemacht werden müssen, weil der Franzose jetzt lieber den Lifestyle-Faktor als Möbel oder Mountainbikes transportieren möchte, ist er ein Multitalent geblieben. Die stärkste Motorisierung braucht kein Mensch, aber einige werden sie trotzdem wollen und damit eine wahre Freude haben.

Renault Espace TCE 225 edc

Preis: ab 36.490 Euro
OÖN-Testwagen 50.890 Euro

Motor: Turbo-Vierzylinder Direkteinspritzung
Hubraum 1798 ccm
Leistung 165 kW (225 PS) bei 5600 U/min
max. Drehmoment 300 Nm bei 1750 U/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Überland/Mix 8,7/5,6/6,8
OÖN-Test 10,2
Tank/Kraftstoffart 58 l / Super

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 152 g/km

Antrieb: Front Getriebe 7-Gang-Automatik

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 7,6 sec
Spitze 224 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 4857/1882/1677 mm
Radstand 2884 mm
Leergewicht inkl. Fahrer 1610 kg
Zuladung 783 kg
Kofferraum 614 - 2101 Liter
Anhängelast gebr. 2000 kg
ungebremst 750 kg

Garantie: vier Jahre

Plus: Komfort, Variabilität, dynamisches Design, viele Sicherheits- und Assistenzsysteme

Minus: hoher Verbrauch, Extras gehen ins Geld

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Artikel Christoph Zöpfl 16. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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