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Mercedes-Benz S 560 L 4matic: Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Die Mercedes-Benz S-Klasse setzt neue Maßstäbe bei Technik, Effizienz und Komfort.

Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Die S-Klasse von Mercedes ist stets Innovationsträger, die Luxus-Limousine begeistert mit faszinierender Technik, höchstem Komfort und Effizienz. Bild: Mercedes-Benz

Die S-Klasse von Mercedes ist nicht nur ein Auto. Die Luxus-Limousine, von der es auch ein Coupé und ein Cabriolet gibt, markiert das obere Ende der Fahnenstange des schwäbischen Premiumauto-Herstellers. Mit der S-Klasse zeigen die Deutschen stets, was sie technisch drauf haben – und das ist sehr viel.

Die S-Klasse (stand zu Beginn für "Sonderklasse") ist bis heute immer wieder Innovationsträger moderner Automobiltechnik gewesen. Sie brachte als hochpreisiger Vorreiter Neuerungen in den Markt, die anschließend weite Verbreitung fanden – etwa wenn die Technologien sukzessive nach unten sickerten.

Bestes Beispiel dafür ist das Anti-Blockier-System (ABS): Vor mittlerweile 40 Jahren feierte das Bremssystem in der Mercedes-Benz-S-Klasse (Baureihe 116) als Sonderausstattung Premiere – zum Aufpreis von 2217,60 D-Mark. Das war damals richtig viel Geld. Heute ist es in jedem neuen Auto Serie.

Aktuell halten wir bei der zehnten Generation der Oberklasse-Limousine, erst im Vorjahr gab es eine umfangreiche Modellpflege, die bei Daimler "Mopf" genannt wird. 6500 Bauteile sind neu – wir durften die Langversion des S 560 in einer speziellen Ausstattung unter die Lupe nehmen. Mit dem Ergebnis, dass Fahrer und Fondpassagiere beim Aussteigen stets frischer waren als beim Einsteigen.

Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Design: Die aktuelle S-Klasse ist eine stattliche Limousine, die auffällt und Gediegenheit sowie zeitlosen Luxus ausstrahlt – ohne jedoch dabei zu protzen. Auffällig sind bei der neuen Generation die Scheinwerfer mit drei LED-Streifen, die weit vorausschauen, Bodenunebenheiten erkennen und selbsttätig stets perfekt ausleuchten.

Innenraum: Hier schlägt die große Stunde der S-Klasse, denn wer eine der schweren Türen schließt (das Zuhauen ist nicht nötig, die Türen werden wie von Zauberhand zugezogen) findet sich in einer völlig neuen Welt wieder. Wer einige Kreuzerl in der elendslangen Aufpreisliste macht, sitzt plötzlich in einem Wellness-Tempel. Bleibt nur noch eine Frage zu beantworten: fahren oder hinten sitzen.

Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Die Antwort fällt schwer, denn für den Fahrer stehen zahlreiche Massagefunktionen (mit oder ohne Hitzezufuhr), Sitzkühlung etc. bereit. Dazu kommt ein famoses Fahrerlebnis, sobald man den rechten Fuß aufs Gaspedal drückt. Hinten wiederum gibt es Bord-Entertainment und Platz in Hülle und Fülle. Das "Executive Fond-Paket" und das "Chauffeur-Paket" ermöglichen ein Zusammenfalten des Beifahrersitzes und ein Flachlegen des hinteren Sitzes ähnlich wie in der Business-Klasse im Flugzeug. Einziger Haken dabei: Ist der Beifahrersitz zusammengefaltet, sieht der Fahrer den rechten Außenspiegel nicht mehr richtig ein.

Im Innenraum herrscht für alle Passagiere höchster Komfort, was nicht zuletzt an der perfekten Geräuschdämmung und an den verwendeten Materialien (Leder, Holz, Alu etc.) liegt.

Ein Wellness-Tempel auf vier Rädern

Fahrwerk: Die Federung bügelt alles aus, selbst das Stöckelpflaster verliert seinen Schrecken. Man fühlt sich wie auf einem fliegenden Teppich. Die Kurvenlage ist bestens, allerdings schiebt das hohe Gewicht gerne nach außen. Und dank des Allradantriebs gibt es keinerlei Traktionsprobleme.

Motor: Das Sahnestück unter der Haube ist ein V8-Biturbo-Motor mit 469 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment, die Schaltarbeit übernimmt die wunderbar sanft agierende Neungang-Automatik. Mit beinahe lautloser Leistungsentfaltung und Allradantrieb prescht der Benz fast so heftig wie ein Elektroauto nach vorne. Aber meist steht ohnehin das Gleiten im Vordergrund. Apropos gemütliche Gangart: Dank Zylinderabschaltung und Rekuperation ist das Triebwerk laut Hersteller sehr effizient.

Im OÖN-Test standen unterm Strich 11,7 Liter je 100 Kilometer Verbrauch, bei einem sehr hohen Anteil an Stadtverkehr. Das geht angesichts von Leistung, Gewicht und Allrad in Ordnung, spielt aber in dieser Liga wohl eher eine untergeordnete Rolle.

Fazit: Die S-Klasse von Mercedes ist ein faszinierendes Auto, das (fast) alle Stückerl spielt und technisch ganz weit vorne ist. Diese Perfektion, dieser Luxus und diese Fülle an neuen Technologien haben natürlich ihren Preis – und der ist wirklich exorbitant hoch. Aber es kann uns nur recht sein, wenn Neuerungen, die nun in der S-Klasse nur gegen üppige Zuzahlung zu haben sind, in absehbarer Zukunft in möglichst vielen Autos serienmäßig zu finden sein werden.

Mercedes-Benz S 560 L 4matic

Preis: ab 146.210 Euro
OÖN-Testwagen 206.277 Euro

Motor: V8-Biturbo-Benziner mit Zylinderabschaltung_
Hubraum 3982 ccm
Leistung 345 kW (469 PS) bei 5250 bis 5500 1/min
max. Drehmoment 700 Nm bei 2000 bis 4000 1/min

Verbrauch (NEFZ)
Stadt/Land/Mix 11,6/6,8/8,5
OÖN-Test 11,7
Tank/Kraftstoffart 80 l/Benzin

Umwelt: Euro-6
CO2-Ausstoß 195 g/km

Antrieb: Allrad permanent
Getriebe 9-Gang-Automatik

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 4,6 sec
Spitze 250 km/h

Abmessungen & Gewichte:
L/B/H 5255/1899/1494 mm
Radstand 3165 mm
Leergewicht 2125 kg
Zuladung 680 kg
Kofferraum 530 Liter
Anhängelast gebr. 2100 kg

Garantie: 4 Jahre/120.000 km

Plus: kraftvoller Motor, höchster Komfort, faszinierende Technik, perfekte Dämmung, luxuriöse Ausstattung (gegen Aufpreis)

Minus: enorm hoher Preis, sehr lange Aufpreisliste.

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Artikel Clemens Schuhmann 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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