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Jaguars I-Pace: Der Tesla-Jäger in voller Fahrt

Jaguars I-Pace mit atemberaubenden Fahreindrücken und Top-Qualität bei der Ausstattung.

Der Tesla-Jäger in voller Fahrt

In 4,8 Sekunden sprintet der I-Pace aus dem Stand auf 100 km/h: Vor allem die Beschleunigung am Start lässt bei Fahrer und Beifahrerin den Atem stocken. Bild: Jaguar

Jaguar ist bei der Aufholjagd nach Tesla an BMW, Mercedes und Audi vorbeigesprintet. Und wie! Der atemberaubend dynamische I-Pace erzeugt beim Fahrer Gänsehaut und bei der besten Beifahrerin von allen ein leises Quietschen. Freude und Nervosität sitzen gemütlich nebeneinander.

Design: Gelände oder Sport? Hochgestellt ist der I-Pace. Aber seine coupéhafte Erscheinung deuten auf einen durchtrainierten Sportler hin. Oder ist der Brite, der bei Magna in Graz lautlos vom Band rollt, gar beides? Ja! Bei der Fahrpräsentation düsten wir durchs Gelände – eine Tour, die wohl kein I-Pace-Fahrer privat je einschlagen würde.

Innenraum: Da klappert nix, da scheppert nix, alles fühlt sich sehr gut und wertig an. Kein Kunststoff, sondern Leder, so weit das Auge blickt. Und wer in den Rückspiegel schaut, sieht in diesem Punkt einen ganz, ganz kleinen Tesla.

Die beiden Mega-Touchscreens lassen sich bestens bedienen, die Menüführung ist verbesserungswürdig. Die Wege sind teils verschlungen, manchmal endet die Suche in einer Sackgasse.

Der Tesla-Jäger in voller Fahrt

Fahrwerk: Der elektrische Allrad ist ein Muss angesichts des enormen Drehmoments. Die elektronischen Helferlein greifen auf rutschigem Untergrund öfters und perfekt ein. So fühlt sich Sicherheit an! Abgestimmt ist der I-Pace aller Jaguar-typischen Sportlichkeit zum Trotz aber auch durchwegs komfortabel. Wanken in flotten Kurven? Der Brite schaukelt nur ansatzweise und hält die Spur verblüffend exakt.

Motor: 4,8 Sekunden vergehen während des Normsprints. Wobei die ersten drei Sekunden nach dem Kickdown wohl Lenker wie Passagiere (hinten ist reichlich Platz) am nachhaltigsten beeindrucken, weil der Start brachial ausfällt. Erst um Tempo 70 bis 80 lässt der Schub leicht nach.

Leistung kostet aber. Im OÖN-Test fuhren wir 226 Kilometer vorwiegend auf Landstraßen, gleichzeitig zählte die Reichweitenanzeige 329 Kilometer herunter (0,69 Real-Kilometer pro Reichweiten-Kilometer). Auf der Autobahn liegt dieser Quotient bei 0,72 (konstant 130 km/h). Das ergibt einen Stromverbrauch von fast 30 kWh pro 100 Kilometer. Das ist, vorsichtig formuliert, sportlich-engagiert.

Der Tesla-Jäger in voller Fahrt

Als ärgerlich entpuppt sich an den Ladesäulen, dass nur knapp mehr als 6 kW (Wechselstrom) geladen werden können. 25 Prozent zeigte der Akku-Ladestand vor dem ersten OÖN-Ladevorgang an, 20:10 Stunden hätt’s bis zu 100 Prozent gebraucht. Gleichstrom hingegen kann bis 110 kW aufgenommen werden, nur steht in Oberösterreich keine 100-kW-Säule (Ausnahme: Tesla-Supercharger). Bei 50 kW ist Schluss, entsprechend lang dauert’s, bis der 90-kWh-Akku des Jaguar geladen ist.

Fazit: Qualitativ zieht der I-Pace locker an Tesla vorbei, von 480 Kilometer Reichweite ist der Brite aber weit entfernt. Atemberaubend sind die Fahreindrücke.

 

Jaguar i-Pace EV400 S AWD

Preis: ab 78.380 Euro
OÖN-Testwagen 93.469 Euro

Motoren: Zwei Permanentmagnet-Motoren

Leistung: je 147 kW (200 PS)
max. Drehmoment: je 348 Nm
Systemleistung 294 kW (400 PS)
System-Drehmoment 696 Nm

Akku: Li-ion, Zellen/Module 432/36

Laden:
7kW (AC, 0-100 %)12,9 Stunden
7kW (AC, 0-80%) 10 Stunden
100 kW (DC, 0-80%) 40 Minuten
Reichweite (WLTP) 470 km
OÖN-Test etwa 300 km
Verbrauch OÖN-Test 24,9 kWh

Fahrleistungen:
0 auf 100 km/h in 4,8 sec
Spitze 193 km/h

Abmessungen & Gewicht:
L/B/H 4682/2011/1565 mm
Radstand 2990 mm
Leergewicht 2231 kg
Zuladung 439 kg
Kofferraum 656 (hinten) / 27 (vorne) Liter

Garantie: 3 Jahre/100.000 km,, Akku: 8 Jahre/160.000 km

Plus: Starke Fahrcharakteristik, wertige Anmutung, viel Raum, Top-Infotainment-System

Minus: Nur knapp 7 kW Wechselstrom-Ladeleistung

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Artikel Carsten Hebestreit 24. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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