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„Jährlich 10.000 Jugendliche dürfen nicht im Nirwana verschwinden“

Beim Disput um die drohende Aufsplitterung des Metaller-Kollektivvertrages scheinen die Fronten zwischen ÖGB-Präsident Erich Foglar und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl verhärtet.

„Jährlich 10.000 Jugendliche dürfen nicht im Nirwana verschwinden“

Die Sozialpartner Christoph Leitl (r.) und ÖGB-Chef Erich Foglar sind sich in der Frage der Jugendarbeitslosigkeit einig. Bild: APA

Wenn es um die Behebung des Facharbeitermangels und Arbeitsperspektiven für Jugendliche geht, sind sich die Sozialpartnerspitzen jedoch einig. Besonders jene jährlich 10.000 Jugendlichen, die nach der Pflichtschule keine weiterführende Schule, keine Lehre machen und auch nicht als Hilfsarbeiter arbeiten, müssten aufgespürt und ausgebildet werden, so der Tenor von Foglar und Leitl bei einem von OÖNachrichten-Wien-Korrespondenten Christoph Kotanko moderierten Kamingespräch am Rande des Forum Alpbach.

„Es kann doch nicht sein, dass jährlich 10.000 Jugendliche im Nirwana verschwinden, während der Arbeitsmarkt dringend Fachkräfte braucht“, so Foglar. Da diese Gruppe oft aus sozialen Problemfamilien stammt, nicht selten auch Migrationshintergrund aufweist und sonstige Nachteile zu tragen hat, seien Sondermaßnahmen nötig. Im Herbst soll ein Aktionspaket vorgelegt werden, auch was die Attraktivierung der Lehre angeht. Leitl spricht dem Modell von Coaches das Wort. „Jeder Jugendliche hat eine Begabung. Sie muss nur aufgespürt werden“, unterstreicht Foglar.

Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, führte als Positivbeispiel einen Modellversuch in Wien ins Treffen, bei dem mit derartigen Jugendlichen gearbeitet wurde. „Sie aufzuspüren, war die erste Herausforderung“, so Jank. Denn diese „Nirwana-Gruppe“ scheint nicht im Datenmaterial des Arbeitsmarktservice auf. Die Jugendlichen würden oft im Haushalt der Eltern in den Tag hineinleben. „Das sind die Problemfälle von Morgen, für die wir jetzt Verantwortung übernehmen müssen“, betont Foglar.

Ausbildungsgarantie

Leitl warb einmal mehr für eine Ausbildungsgarantie. Jeder Jugendliche mit 18 Jahren sollte in Österreich eine Berufsausbildung haben.

Länder wie Österreich, Deutschland und die Schweiz, die die duale Ausbildung aufweisen, haben eine deutliche niedrigere Jugendarbeitslosenquote als im EU-Schnitt. In Österreich sind 8,8 Prozent der Jugendlichen arbeitslos, 44 Prozent davon haben nur den Pflichtschulabschluss. In der EU beträgt die Jugendarbeitslosigkeit 22,4 Prozent. In Italien ist jeder dritte junge Mensch arbeitslos; in Spanien und Griechenland gar jeder zweite.

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Artikel Karin Haas aus Alpbach 25. August 2012 - 00:04 Uhr
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