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Im Internet haben Firmen oft ein "James-Dean-Problem“

LINZ. Wenn es um das Internet und seine Möglichkeiten im Marketing geht, tappen viele Unternehmen immer noch im Dunkeln. „Sie haben ein James-Dean-Problem: Sie wissen nicht, was sie tun“, sagte Internetmarketing-Experte Sanjay Sauldie am Dienstagabend bei der OÖN-Wirtschaftsakademie im Linzer Lentos.

Sanjay Sauldie und sein Vortrag "Strategisches Internetmarketing für die Märkte von morgen" Bild: www.cityfoto.at/Kainrath

Der deutsche Online-Profi mit indischen Wurzeln gab Tipps zum thema Internetmarketing für Firmen und machte deutlich, wie wichtig es ist, dass Unternehmen die vielen Möglichkeiten des Internets ausnutzen.

1. Ihre Website muss auf allen Endgeräten gut darstellbar sein. „Bereits heute kommen rund 30 Prozent aller Internetzugriffe über mobile Geräte“, sagte Sanjay Sauldie, der in Mannheim das Europäische Institut für Internet-Marketing leitet. Studien zufolge sollen es schon in ein, zwei Jahren 70 Prozent sein. Da reiche es nicht, die Website im Kleinformat auf dem Smartphone darzustellen. Die Optik gehöre vollkommen an das kleine Display angepasst.

2. Das Internet bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie sie es nutzen können: Websites, Blogs, Social-Media-Kanäle, Video-Plattformen, etc. Sauldies Tipp: „Lernen Sie die Möglichkeiten kennen!“ Man müsse nicht alle ausschöpfen, man sollte aber so viele kennen wie möglich. Denn mit Nichtwissen würden meist Ressourcen vergeudet.

3. Kennen Sie die Begriffe del.isco.us? Social graph? Blogosphere? Semantic Web? Mash-ups? „Wenn Sie hier mit Nein antworten, haben Sie Hausaufgaben zu machen.“

4. Betrachten Sie Ihre Website nicht als etwas Technisches. „Ihre Website ist vielmehr Ihre 24-Stunden-Vertriebsmitarbeiterin“, sagte Sauldie. Die Website müsse aber nicht nur gut aussehen, sondern auch intelligent sein. Und das bedeute, sie muss zum Beispiel über Google gefunden werden. Suchmaschinen haben dafür ganz eigene Regeln – diese zu kennen und zu befolgen sei deshalb unumgänglich.

5. Ignorieren Sie Social Media nicht. „Nur weil Sie nicht auf Facebook sein wollen, heißt es nicht, dass Facebook nicht relevant ist. Eine Radiosendung hört ja auch nicht auf, nur weil sie den Radio ausschalten“, zeigte Sauldie einen Vergleich auf. „Es ist Aufgabe jeder Führungskraft, ein Facebook-Konto anzulegen.“ Man müsse schon allein deswegen (eventuell mit einem Pseudonym) auf Facebook vertreten sein, um zu wissen, was sich dort tut oder was über das eigene Unternehmen gesprochen wird. Wenn ein so genannter "Shitstorm" über Sie in den sozialen Medien hereinbricht, tun Sie gut daran, es ehestmöglich mitzubekommen, um reagieren zu können.

6. „Aus Unternehmersicht sind Freunde auf Facebook nicht Leute, die wir kennen, sondern potenzielle Kunden", sagte der 44-Jährige. Wichtig ist: Die Freunde unserer Freunde sind unsere direkte Zielgruppe – denn Golfer haben Golfer als Freunde, Zeitungsleser kennen Zeitungsleser, Hobbyköche kennen Hobbyköche und so weiter. Empfehlungen über Social Media ist also Mundpropaganda 2.0.

7. Erregen Sie online Emotionen: „Die Leute wollen bei etwas mitmachen, sie sind ja online, weil sie Aufmerksamkeit, Anerkennung und ihre 30 Sekunden Star-Ruhm suchen“, erklärte Sauldie. Das sei möglicherweise gesellschaftlich bedenklich, aus Firmensicht müsse man das aber nutzen.

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Artikel Elisabeth Eidenberger 24. September 2014 - 15:36 Uhr
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