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Zielstrebig vom Lehrling zum Chef

Porträt: Michael Thauerböck begann vor 22 Jahren eine Lehre bei Baumann Glas in Perg. Nun ist der 37-Jährige Geschäftsführer des Unternehmens.

Zielstrebig vom Lehrling zum Chef

Der ehemalige Glaserlehrling leitet ein 120-Mitarbeiter-Unternehmen. Bild: lebe

Lehre oder HTL? Vor dieser Frage stand Michael Thauerböck am Ende seiner Pflichtschulzeit. Weil die Technische Schule ein Auspendeln von seinem Heimatort Rechberg (Bezirk Perg) nach Linz, Steyr oder Waidhofen/Ybbs bedeutet hätte, entschied er sich für eine Lehre bei Glas Baumann in Perg. Heute ist der zweifache Familienvater Geschäftsführer des mittlerweile in Baumgartenberg angesiedelten Unternehmens und wird die Nachfolge von Firmenbesitzer Franz Baumann antreten.

An seine Berufswahl kann sich der 37-Jährige gut erinnern. "Damals lief die Kampagne ‘Karriere mit Lehre’. Es war also schon in meinem Hinterkopf drin, dass ich eine Führungsposition anstrebe." Nach dem Abschluss der Glaser-Lehre wusste er, dass er mehr wollte als Montage-Teams zu leiten. "Das Problem war: Ich hatte drei Glaser-Meister über mir, die älter waren. Um mich im Betrieb nach oben zu arbeiten, musste also eine Matura her."

Diese absolvierte Thauerböck berufsbegleitend. Ebenso sein Studium "E-Business" an der FH Steyr. "Die Firmenleitung hat natürlich gemerkt, dass ich eine Unruhe in mir hatte. Um mich im Betrieb zu halten, wurde mir die Leitung es Einkaufs angeboten." Der Schritt von der Werkstatt ins Büro war kein einfacher. Thauerböck musste die Arbeit am Computer erst lernen, konnte dafür aber seine Erfahrung im Umgang mit den verwendeten Materialien nutzen. "Er hat die Herausforderung mit viel Einsatz gemeistert. Damit war für mich klar, dass er mein Ansprechpartner sein würde, wenn ich mich als Firmenchef einmal zurückziehen werde", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Franz Baumann über seinen Nachfolger.

Sein erfolgreicher Weg vom Lehrling zum Geschäftsführer sei vor allem die Folge einer klaren Zielsetzung gewesen, sagt Thauerböck. "Ich muss wissen, wo ich im Berufsleben einmal hin will. Ob ich dann studieren gehe oder eine Lehre beginne, ist eigentlich sekundär." Gerade mittelständische Betriebe seien für solche Karriereverläufe gut geeignet.

Zeitfenster für die Familie

Der Sprung vom Mitarbeiter zum Chef sei gut gelungen, sagt Thauerböck. Auch im Umgang mit den Kollegen: "Unsere Betriebsstruktur ist stark abteilungsorientiert. Es gibt die Glasbautechnik, die Holzbautechnik und die Metallbautechnik samt Hochwasserschutz. Jeder Bereich für sich arbeitet eigenständig." Recht schnell lernte er auch, Zeitfenster für seine Familie – er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Volksschul- und Kindergartenalter – zu reservieren. "Arbeiten könnte ich prinzipiell rund um die Uhr. Aber die Kinder haben auch ein Recht auf ihren Papa."

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Artikel Bernhard Leitner 24. Oktober 2015 - 00:04 Uhr
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