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Wenn der Personalberater klingelt...

Jobwechsel Was ist zu tun, wenn ein Headhunter anruft und einen neuen Job anbietet? Wie verhält man sich richtig und taktisch klug?

Die meisten Kandidaten sind bei Abwerbe-Versuchen verunsichert. Bild: Wodicka

Immer breiter gefächert sind die Stellen, die Unternehmen nur mehr mit Hilfe von "Headhuntern", also Personalvermittlern, besetzen können: Expertenpositionen, sämtliche Management-Jobs, Stellen mit spezifischem Branchenwissen. Wie aber reagiert man, wenn man aus heiterem Himmel am Telefon mit einem Jobangebot konfrontiert wird?

"Ruhig bleiben, keine große Überraschung zeigen im Sinn von ‘Wie kommen Sie gerade auf mich?!" und abschätzen, ob man ungestört reden kann. Hören Sie sich einfach einmal an, was der Personalvermittler zu sagen hat, auch wenn Sie nicht an einen Jobwechsel gedacht haben", rät Susanne Seher vom Linzer Personalconsulting Seher & Partner.

Prüfen, ob Anruf seriös ist

Um sicherzugehen, dass es sich um keine Finte von Konkurrenten oder gar des eigenen Unternehmens handelt, sollte man überprüfen, ob der Anruf seriös ist. "Den Anrufer nach Namen, Firma und seinen Kontaktdaten fragen, diese überprüfen und später zurückrufen" sei ein völlig übliches Verhalten, sagt der Wiener Personalberater Peter Pendl von Pendl-Piswanger.

Ein Rückruf oder später persönliche Gespräche können auch abends vereinbart werden. Zwecks Geheimhaltung vor dem aktuellen Arbeitgeber sollte eine private E-Mail-Adresse verwendet werden. Unprofessionell wirke, wenn man gleich im ersten oder zweiten Gespräch den Namen des Unternehmens erfragen will, in dessen Auftrag der Headhunter Kandidaten anspricht. Durchaus üblich sei aber, so Seher, die Branche, die Größe des Unternehmens, die Position, Arbeitsort und vor allem konkrete Anforderungen zu erfragen. "Der Name des Unternehmens fällt frühestens im zweiten oder dritten Gespräch", sagt Pendl. Ein No-go ist sicher, über den jetzigen Arbeitgeber zu schimpfen nach dem Motto: "Bin ich froh, dass Sie mich anrufen, ich halte es kaum noch aus...!"

Auch nach dem gebotenen Gehalt sollte man nicht gleich zu Beginn fragen. "Das darf auf keinen Fall das Motiv für die Veränderung sein", so Pendl. Auch Seher empfiehlt, das Thema Geld erst gegen Abschluss der Gespräche zur Sprache zu bringen. Sie warnt vor unrealistischen Vorstellungen großer Gehaltssprünge durch den Jobwechsel. "Zehn bis zwanzig Prozent Verbesserung ist realistisch und üblich", sagt sie.

Am längeren Ast

Die umworbenen Kandidaten sollten sich auf jeden Fall bewusst sein, dass sie begehrt sind – sonst wären sie nicht angerufen worden. Das bedeutet: Kein Grund, sich drängen zu lassen. "Auch nach zwei Gesprächen ist eine Absage voll in Ordnung. Das ist unser Business", sagt Seher. Bei professionellen Anbietern kann man sich auch darauf verlassen, dass das suchende Unternehmen nie erfährt, ob der Betreffende kontaktiert wurde oder abgesagt hat, so Seher.

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Artikel Ulrike Rubasch 28. Februar 2015 - 00:04 Uhr
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