voestalpine: Countdown für Großprojekt Hochofen neu

Von Sigrid Brandstätter   13.April 2018

voestalpine: Countdown für Großprojekt Hochofen neu

"Es wird Zeit, dass es endlich los geht", sagt Projektleiter Wolfgang Weichsler. Seit 2015 ist der 57-Jährige mit der Vorbereitung für die Großbaustelle Hochofen-Zustellung beschäftigt. 1000 Arbeiter von hunderten Firmen werden daran beteiligt sein. Im Juni geht es los. 187 Millionen Euro soll diese Generalüberholung des "Herzens" der voestalpine in Linz kosten.

2004 wurde der größte der drei Hochöfen in Linz, der zwei Drittel des in Linz verarbeiteten Roheisens erzeugt, zuletzt generalsaniert. Weil die Materialien und Technologien sich verbessert hätten, konnte die Lebensdauer des Hochofens von zehn auf 14 Jahre erhöht werden. Fix ist, diese sogenannte Ofenreise wird die letzte sein, bevor unter voestalpine-Divisionsvorstand Herbert Eibensteiner entschieden wird, wie die Zukunft der Stahlerzeugung in Linz langfristig ausschauen wird.

20 Männer des Kernteams haben jeden Tag des Großprojekts geplant. Die heiße Phase soll innerhalb von 100 Tagen über die Bühne gehen. Zwischen 8. Juni und 16. September ist es wieder soweit. Der Hochofen wird komplett ausgeräumt, anschließend wird die Ausmauerung im Inneren ersetzt. Auch alle elektrischen Leitungen werden erneuert. Schon seit Monaten werden Stahlblöcke, sogenannte Brammen, zugekauft, damit die Verarbeitungsbetriebe nicht wegen Materialmangels beeinträchtigt sind.

Die Baustelle bedeutet auch Großeinsatz für nationale und internationale Zulieferfirmen: Von Bilfinger VAM, Zauner Anlagentechnik bis Kremsmüller und Siemens sind Monteure im Einsatz. Dazu sind auch kleinere Firmen aus Oberösterreich beteiligt, wie die Metallbauer von Pro Steel oder die Firma Bauschutz.

Rund um diese Großbaustelle, die das inzwischen eng verbaute Werksgelände auch platzmäßig fordert, finden zeitgleich auch Modernisierungen von vor- und nachgelagerten Anlagen statt. "Es gibt kaum eine Abteilung, die in irgendeiner Weise nicht betroffen ist", sagt Weichsler.

Erstmals wird bei diesem Großprojekt die gesamte Anlage digital parallel abgebildet. Virtuell werden Szenarien durchgespielt und begleitet. 40 Experten sind allein daran beteiligt.

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