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Wirtschaftsraum OÖ

„Sau-Abstich“ in der voestalpine: Kleiner Hochofen stillgelegt

24. März 2020 12:37 Uhr

In der Stahlproduktion wird auf Schichten mit jeweils zwölf Stunden umgestellt

LINZ. Der Linzer Stahlkonzern voestalpine wird wegen der Coronavirus-Krise für bis zu 20.000 der 22.000 Mitarbeiter in Österreich Kurzarbeit beantragen.

Seit 14 Tagen laufen die Vorbereitungen, um einen kleinen Hochofen in Linz stillzulegen. Gestern Nachmittag war es so weit: Alle Abstichbehälter standen im Einsatz. Mit besonders viel Koks wird ein besonders dünnflüssiger letzter Abstich vorgenommen, um den Hochofen zu leeren – der sogenannte Sau-Abstich. Ein solcher wird sonst nur vor einer Hochofen-Erneuerung durchgeführt.
Gestern präzisierte das Unternehmen auch, dass allein in Österreich für 20.000 der 22.000 Beschäftigten Kurzarbeit beantragt wurde bzw. wird. Die ersten Anträge wurden noch am Freitag gestellt. Zu Beginn betrage das Arbeitsvolumen noch 90 Prozent, um bestehende Aufträge abzuarbeiten.

Noch keine Anträge gibt es für die Grobblechfertigung in Linz und das Weichenwerk in Zeltweg. „In diesem Projektgeschäft ist die Auftragslage noch intakt“, sagte Konzernsprecher Peter Felsbach den OÖN. „Wir werden sehr breitflächig Kurzarbeit beantragen. Es werden aber nicht immer alle Mitarbeiter permanent auf Kurzarbeit sein“, sagte Felsbach.

Wie berichtet, ist in der gesamten Stahlproduktion seit vergangener Woche in Linz auf eine 12er-Schicht umgestellt worden. Das erfordert weniger Personal und minimiere die Schichtwechsel. Etliche Mitarbeiter seien auch in Quarantäne.

Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer wird den Betriebsurlaub der heimischen Standorte auf 6. bis 17. April vorziehen. Für die Zeit danach soll vorsorglich Kurzarbeit beantragt werden, teilte der Fahrzeugbauer mit. Rosenbauer beschäftigt in Österreich knapp 1600 Mitarbeiter und rund 340 Zeitarbeitskräfte.

Zwischenbericht

Das Arbeitsmarktservice (AMS) Oberösterreich hat gestern einen Zwischenbericht veröffentlicht: Am ersten Tag der Ausgangsbeschränkung gab es 3740 Arbeitslos-Meldungen, in der ersten Woche waren es gesamt mehr als 12.000. Aber die Dynamik lässt nach: Gestern, 15 Uhr, kamen 690 dazu. Mehr als 6500 Firmen haben oder wollen Kurzarbeit anmelden. (sib)

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