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Wirtschaftsraum OÖ

Unfälle: Worauf es beim Versichern ankommt

14. Juni 2019 00:04 Uhr

Unfälle: Worauf es beim Versichern ankommt
Ein Radunfall ist schnell passiert: Wer in der Freizeit verunglückt, muss die Folgekosten selber tragen.

Prämienunterschiede und verschiedene Leistungen – bis zu 100 Prozent Unterschied bei den Versicherungsprämien.

LINZ. Rund zwei Drittel der Unfälle ereignen sich beim Sport, in der Freizeit oder im Haushalt. Was durchaus nicht alle Konsumenten wissen: Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es nur bei Arbeitsunfällen.

Wer die Folgen bei privaten Unfällen, etwa Umbaukosten, Umrüstungen beim Auto und Reha-Aufenthalte, abdecken will, kann zusätzlich eine private Unfallversicherung abschließen.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK) hat die Angebote von zehn privaten Unfallversicherungen verglichen. Ergebnis: Es gibt Prämienunterschiede von bis zu 100 Prozent und unterschiedliche Leistungen (Details siehe Kasten). Ulrike Weiß, Leiterin des AK-Konsumentenschutzes, rät Interessenten, die sich eine Versicherung leisten können und wollen, mehrere Angebote einzuholen und die Leistungen zu vergleichen: "Im Gespräch mit dem Berater sollte man auf die individuelle Situation eingehen." Schon kleine Änderungen im Vertrag können große Änderungen bei Leistungen und Prämien bewirken.

"Ich muss sehr genau über die Folgen einer möglichen Invalidität nachdenken", sagt Weiß im OÖN-Gespräch. "Wenn eine Bürokraft ein Bein verliert, kann sie ihren Beruf wohl weiterhin wie gehabt ausüben. Ein Lkw-Fahrer hingegen braucht eine Rente."

Vorsicht bei gefährlichem Hobby

Versicherungsnehmer müssten auch überlegen, wie sie leben und ob im Falle einer Invalidität große und teure Umbauarbeiten, etwa in Form eines Treppenlifts, notwendig sind. Personen, die bereits in einer barrierefreien Wohnung leben, sind nicht so sehr auf hohe Kapitalleistungen angewiesen. Zudem sollte man den Familienstand mit dem Berater klären: Partnertarife seien oft günstiger. Es gibt laut Weiß zudem die Möglichkeit, eine Familien-Unfallversicherung abzuschließen, bei der auch volljährige Kinder berücksichtigt werden können. Generell gilt bei Versicherungen: Was nicht gebraucht wird, führt zu unnötig hohen Prämien und sollte gestrichen werden: "Ein Renten-Übergang bei einer kinderlosen Person ist so ein Beispiel", so Weiß. Ein Gespräch mit einem Versicherungsmakler kann helfen, den Überblick zu behalten. Diese haben verschiedene Angebote im Portfolio. Auch bei gefährlichen Hobbys müssen Kunden aufpassen: Motorsport, Fluggeräte und Wettbewerbe sind bei vielen Anbietern nicht gedeckt. Diese Faktoren müsse man gegebenenfalls in den Vertrag aufnehmen.

Kommt es zu einem Unfall, ist dies laut Weiß sofort der Versicherung zu melden. Dasselbe gilt, sobald der Arzt eine Invalidität feststellt. Auch von Änderungen im Beruf oder im Freizeitverhalten sollte die Versicherung so bald wie möglich erfahren: Im Schadensfall steige sie sonst aus. (prel)

 

Unfallversicherungen: Zehn Anbieter im Test

Die AK hat zehn Versicherer verglichen und bestimmte Leistungen vorgegeben (monatliche Rente von 700 Euro bei schwerer Invalidität, Kapitalleistung für dauernde Invalidität): Bei einem Büroangestellten bewegen sich die Prämien zwischen 190,8 und 385,56 Euro. Bei einem Bauarbeiter sind es zwischen 282 und 568 Euro. Laut Weiß sind das aber nur Momentaufnahmen: Kommen beispielsweise Vorerkrankungen dazu oder ändert sich etwas beim Freizeitverhalten, hat dies große Auswirkungen auf die Prämienhöhe.
Den Versicherungsvergleich im Überblick finden Sie online auf ooe.konsumentenschutz.at

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