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Wirtschaftsraum OÖ

Uber startet in Linz - Taxilenker planen den Widerstand

Von Dietmar Mascher und Martin Roithner   12. Juni 2019 00:04 Uhr

LINZ. Seit einigen Tagen kann man in Linz nicht nur mit dem Taxi, sondern auch mit Uber fahren. Der US-Konzern testet derzeit in Graz, Salzburg und Linz seinen Dienst.

 

So funktioniert Uber in Linz

Uber vermittelt Kunden an Fahrer mit Mietwagen. 20 Prozent des Fahrpreises erhält Uber, den Rest der Fahrer.

Fairer Wettbewerb?

Auf der Uber-App sieht man, wo sich der nahende Wagen befindet. Man wird außerdem informiert, was die Fahrt zum Zielort kostet. In der Regel ist das nicht immer derselbe Preis, er ist abhängig von Angebot und Nachfrage. Wie in Wien regt sich aber auch in Oberösterreich Widerstand gegen Uber.

"Wir werden uns das sehr genau anschauen und gegebenenfalls rechtliche Schritte gegen Uber ergreifen. Denn wir haben größte Bedenken, ob hier faire Wettbewerbsbedingungen herrschen", sagt Gunter Mayrhofer, Fachgruppenobmann für das Beförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Dass er mit Uber keine Freude hat, verhehlt der Steyrer Unternehmer nicht. "Wenn man hier keine Steuern zahlt, sondern drei Prozent in den Niederlanden, und sich im rechtlichen Graubereich bewegt, was das Gewerbe betrifft, stößt das nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung. Denn wir haben strenge Regeln und müssen uns in Linz und Wien an den Flächentarif halten, der vom Land vorgeschrieben wird. Mit den Preisen, die Uber verlangt, kann man normal keine Gewinne schreiben", sagt Mayrhofer. Was Uber auch nicht tut.

Derzeit testet Uber in Linz aber nicht in Kooperation mit Linzer Firmen, sondern mit Mietwagenfirmen aus Wien und Niederösterreich, denen dafür die Übernachtung bezahlt wird. Uber sieht sich als Mietwagenfirma mit Fahrern.

Wie berichtet, haben sich die Wiener Taxifahrer mit lautstarken Protesten gegen Uber gewehrt. Bevor die Regierungsarbeit durch ein Video aus Ibiza gestoppt wurde, hatte sich die Regierung bereits grundsätzlich darauf geeinigt, das Gewerbe zu vereinheitlichen und Taxis und Mietwagen zusammenzufassen. "Das ist leider vorerst gescheitert", sagt Mayrhofer.

Oberösterreichs Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP) sagt, dass ihm daran gelegen sei, die Qualität und die Ökologisierung des Taxigewerbes voranzutreiben. Auf Uber habe er aber keinen Einfluss. Das ist Angelegenheit der Gewerbebehörde, die wiederum vom Bundesrecht abhängig ist. Steinkellner legt für Linz und Wels die Flächentarife für Taxis fest und will dies für das ganze Land.

Mehr zum Thema Uber: OÖN-Leitartikel von Dietmar Mascher

Anti-Uber: Test in Tirol

Mayrhofer kündigt an, dass die Taxiunternehmen auf Uber reagieren werden. In Tirol werde bereits eine gemeinsame App getestet, über die Kunden ein Taxi bestellen können. Sie soll ähnlich wie die Plattform von Uber funktionieren.

Das ist Uber

Uber wurde 2009 gegründet und ist seit 2014 in Österreich aktiv. Kunden können per App eine Fahrt bestellen. Uber vermittelt Kunden an Fahrer mit Mietwagen. Bezahlt wird per Kreditkarte: 20 Prozent des Fahrpreises erhält Uber, den Rest der Fahrer.

2018 transportierte Uber in Österreich 200.000 Fahrgäste.

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