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Wirtschaftsraum OÖ

Steyr Motors: Zuschlag am Mittwoch

Von Sigrid Brandstätter  20. Juli 2019 00:04 Uhr

Steyr Motors: Zuschlag am Mittwoch
Die Schweiz verzichtet auf die Motoren aus Steyr.

Verhandlungen über Zukunft des insolventen Motorenbauers laufen.

Der Termin ist fix: Für Mittwoch hat Insolvenzverwalter Norbert Mooseder im Konkursverfahren von Steyr Motors zu einer Sitzung des Gläubigerausschusses geladen. Dabei werden die Interessenten ihre Konzepte und ihre Gebote präsentieren.

Die Zahl der Bieter will Mooseder nicht nennen. "Ich weiß ja nicht, wer am Mittwoch wirklich erscheint." Im Rennen ist der Motorenentwickler AVL in Kooperation mit einem dänischen Motorenbauer. AVL hat – wie berichtet – mehr Interesse an der Immobilie als am Unternehmen bzw. an dessen Fortführung. Die Aufträge würde dem Vernehmen nach der kleine und wenig liquide dänische Partnerbetrieb Bukh übernehmen. Etwas, das den Kunden nicht gefällt. Sie fürchten um die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Dem Vernehmen nach will AVL nur mit rund 70 der aktuell mehr als 140 Mitarbeiter weitermachen. Neben der Montage würden auch Arbeitsvorbereitung und Vertrieb nicht mehr gebraucht. Benötigt werden die Konstrukteure.

Beim zweiten Bieter dürfte es sich um den französischen Verteidigungs- und Sicherheitskonzern Thales handeln. Dessen australische Tochter ist einer der Kunden, die von Lieferungen von Steyr Motors abhängt. Mit 80.000 Beschäftigten in 68 Ländern erzielte Thales 2018 einen Umsatz von 19 Milliarden Euro.

Wie berichtet, finanzieren die Kunden seit dem Winter die Fortführung. 60 Millionen Euro dick ist der Auftragspolster von vier Kunden.

Ein Partner ist vergangene Woche endgültig abgesprungen: Die Schweizer Mowag, die zum US-Konzern General Dynamics gehört, rüstet 2200 Mannschaftstransporter nun mit Fiat-Motoren aus. Weil aus Steyr keine Motoren mehr kamen – 215 sind geliefert –, steht die Umrüstung. Weil an dem Projekt 170 Schweizer Firmen beteiligt sind, war die Pleite in Steyr immer wieder ein großes Thema.

Mooseder sagt, dass es keinen aufrechten Vertrag über die 2200 Motoren gab. Deshalb würden diese auch jetzt kein Auftragsloch reißen. Vereinbart war in einem ersten Schritt nur die Lieferung der gut 200 Motoren. Diese müssen jetzt übrigens wieder ausgebaut werden, weil das Schweizer Militär eine "Einflottenstrategie" verfolgt, wie der Schweizer Bundesrat mitgeteilt hat. Die Schweizer freuen sich übrigens, dass sie jetzt saubere Euro-6-Motoren erhalten und keine alten Euro-3-Motoren.

Artikel von

Sigrid Brandstätter

Redakteurin Wirtschaft

Sigrid Brandstätter
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