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Wirtschaftsraum OÖ

Schon in drei Jahren könnten in Linz regelmäßig Passagierdrohnen fliegen

Von Ulrike Rubasch 11. Oktober 2019 00:04 Uhr

Schon in drei Jahren könnten in Linz regelmäßig Passagierdrohnen fliegen
Die zweisitzige Passagierdrohne wurde mit musikalischer Begleitung präsentiert: Die Drohne hat 360 kg Leergewicht und kann 260 kg Last transportieren. Antrieb mit Strom, 160 km/h, 70 km Reichweite.

RIED IM INNKREIS. Linz soll bald ein Testgebiet des FACC Air Taxi werden – "Leistbares Fliegen für alle".

"Hier steht die Zukunft. Das ist real und nicht Raumschiff Enterprise", sagte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner bei der Präsentation des Air Taxi des Innviertler Luftfahrtzulieferers FACC am Mittwochabend in der Weberzeile in Ried.

Wie real das Fliegen mit Passagierdrohnen auch für Oberösterreicher in naher Zukunft werden könnte, skizzierte FACC-Chef Robert Machtlinger. Die Geräte seien flugreif, nur die Genehmigungen lägen noch nicht vor. Er geht aufgrund von laufenden Gesprächen mit dem Verkehrsministerium davon aus, dass es in Österreich zwei Testgebiete für Lufttaxis geben wird. Linz dürfte seiner Einschätzung nach eines davon sein.

Seit Mai besteht mit der Linz AG eine Kooperation, um neue Verkehrslösungen zu entwickeln. "Der Testbetrieb in Linz wird unter Umständen schnell kommen, vielleicht schon in 18 Monaten. Einen regelmäßigen Personenverkehr kann ich mir in zwei bis drei Jahren vorstellen", so der FACC-Chef, der mit der Serienproduktion der bereits verkauften 1000 Stück noch heuer beginnt. Ein Flug könnte um die 60 Euro pro Person kosten. Es soll keine Mobilitätslösung für Vermögende werden, sondern für alle leistbar, lautet der Anspruch.

Video: Lufttaxis in Oberösterreich

Die Luftfahrzeuge fliegen autonom, also ohne Pilot, gesteuert von Software hochintelligenter Algorithmen. In Europa gab es bis dato nur Testflüge ohne Passagiere. Ein Air Taxi kostet je nach Ausführung zwischen 300.000 und 500.000 Euro. "In den nächsten drei Jahren wollen wir einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag mit dieser Sparte erzielen", sagte Machtlinger. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 782 Millionen Euro, der Auftragspolster bei 6,5 Milliarden Euro. eHang lässt exklusiv von FACC fertigen, doch die Innviertler sind auch mit Airbus und Boeing, die ebenfalls mit Air Taxis experimentieren, im Gespräch. FACC könnte kapazitätsmäßig sogar 5000 Stück pro Jahr fertigen, sagte Machtlinger, der diesem Geschäftsfeld vieles zutraut, "auch, weil es unsere ureigenste DNA ist: innovativ und schnell".

Mittelfristig könnten Passagierdrohnen an den jeweiligen FACC-Standorten regional produziert werden, in China, den USA und in Ried für Europa. Der Markt sei riesig, Schätzungen liegen bei 15 Milliarden Dollar. "Davon wollen wir mit eHang 15 Prozent des Kuchens", sagt Machtlinger.

Der Grund, warum das Air Taxi in einem Shopping-Center präsentiert wurde (und bis 4. November in der Weberzeile ausgestellt ist), liegt darin, "dass wir als Center ein Mobilitäts-Hub sein wollen, quasi vom Air Taxi auf den Scooter umsteigen", sagte Christoph Andexlinger vom Center-Betreiber SES.

Auch das Land OÖ könnte angesichts der Verkehrslage in der Landeshauptstadt bald von Dienstautos auf Flug-Taxis umsteigen, scherzte Achleitner. "Gern – wenn wir die Genehmigung dafür bekommen", gab Machtlinger zurück. Achleitner: "Das ist leider Bundessache."

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Ulrike Rubasch

Redakteurin Wirtschaft

Ulrike Rubasch
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