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Wirtschaftsraum OÖ

Oberösterreicher sacken insolvente Alufix ein

Von Dietmar Mascher 14. Juni 2019 00:04 Uhr

Oberösterreicher sacken insolvente Alufix ein
„Die Ausgangssituation bei Alufix ist grundsätzlich gut. Es wurde auch investiert, allerdings zum Teil planlos.“ Florian Huemer, Geschäftsführer Simenta und damit Miteigentümer von Alufix

LINZ/WIENER NEUDORF. Ein Konsortium rund um ehemalige Wacker-Neuson-Manager will den Wiener Neudorfer Alufolien-Hersteller neu strukturieren und die gesamte Belegschaft weiterbeschäftigen.

Der Fortbestand des insolventen Alufolienherstellers Alufix in Wiener Neudorf ist bis auf Weiteres gesichert. Eine oberösterreichische Investorengruppe hat vom Masseverwalter Michael Lentsch gestern, Donnerstag, den Zuschlag für einen Kauf bekommen. Davor war der Sanierungsplan für den Hersteller von Alu- und Frischhaltefolien sowie Müllsäcken, Catering- und Einweggeschirr abgesegnet worden. Die Gläubiger bekommen 20 Prozent ihrer Forderungen binnen zwei Jahren. Zuletzt waren Forderungen in Höhe von 30 Millionen Euro anerkannt worden.

Alufix gehört künftig zu je einem Drittel der Linzer Management- und Beteiligungsgesellschaft Simentum, der Drott Holding des oberösterreichischen Sanierungsspezialisten Martin Mayrhofer (mit Sitz in Brunn am Gebirge). Dritter im Bunde ist die Double X Corporate Finance GmbH. Dahinter steht der Linzer Rechtsanwalt Alexander Hasch, der sich als "anwaltlich beratender Finanzinvestor" sieht.

Die Simentum-Chefs Hermann Schübl und Florian Huemer sowie der neu eingesetzte Alufix-Geschäftsführer Johannes Mahringer kennen einander aus ihrer Zeit als Manager beim oberösterreichischen Maschinenhersteller Wacker Neuson.

Simentum ist bereits zu 50 Prozent an der Mühlviertler Firma technosert beteiligt und hat die Sanierung übernommen. Die Simentum-Chefs sehen sich allerdings nicht als Sanierer, die nach fünf bis sieben Jahren wieder mit einem fetten Gewinn den Ausstieg planen, sondern als langfristige Investoren. Das soll dem Vernehmen nach auch mit ein Grund für den Zuschlag bei Alufix gewesen sein.

Die Ausgangssituation bei Alufix sei grundsätzlich gut, sagt Huemer im Gespräch mit den OÖNachrichten. Das familiengeführte Unternehmen habe einiges investiert, allerdings manchmal etwas planlos, was dazu geführt habe, dass einige Maschinen nicht ausgelastet waren.

"Wollen die Leute halten"

Der Schwerpunkt liege daher darin, die Produktions- und Logistikprozesse zu optimieren, ein Spezialgebiet Mahringers. Die Belegschaft von gut 160 Leuten, die nach der Pleite (die größte im Land Niederösterreich im heurigen Jahr) doch einigermaßen verunsichert sei, werde übernommen. Führungskräfte, die das Unternehmen verlassen haben, sollen wieder zurückgeholt werden.

Insgesamt beschäftigt die Gruppe 450 Leute, davon einen großen Teil in der Produktion in Tschechien, Rumänien sowie China und weiteren Vertriebsstandorten in anderen Ländern.

Zwar ist der Markt für die herkömmliche Alufolie in Europa derzeit rückläufig. Es gebe aber einerseits mittlerweile etliche Spezialprodukte. Und andererseits seien bereits Maschinen vorhanden, um Aluminium vollständig zu recyclen. "Es wurde schon einiges getan, um die Wertschöpfungskette zu verlängern", sagt Huemer.

Ihm sei auch nicht bang, wenn es zu einer Einschränkung der Plastikprodukte kommt. Im Portfolio von Alufix befindet sich etwa auch Einweggeschirr aus Zuckerrohr und Maisstärke. Auch beim Kunststoff werde Abfall-Kunststoff eingekauft und wiederverwertet. Grundsätzlich sei die Verpackung aber ein Wachstumsmarkt.

Welche Visionen haben nun die neuen Eigentümer für Alufix? "Das wollen wir gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeiten. Denn bisher war das Unternehmen streng hierarchisch, zum Teil patriarchalisch geführt. Wir wollen die Unternehmenskultur verändern", sagt Huemer. Alufix setzte zuletzt 87 Millionen Euro um und hatte einen Exportanteil von rund 40 Prozent.

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Dietmar Mascher

Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion

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