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Wirtschaftsraum OÖ

Kondommarke Blausiegel versucht Neustart bei Jungen

Von Ulrike Rubasch  28. August 2021 00:04 Uhr

Kondommarke Blausiegel versucht Neustart bei Jungen
Ino Karning (l.) und Thomas Oppermann vor einem Original-Blausiegel-Automaten

SIERNING. Oberösterreicher hat weltweite Markenrechte erworben.

Es gab Zeiten, da galt "Blausiegel" als Synonym für Kondome. Davor war es "Olla". Beide Marken gehören seit 2019 dem Oberösterreicher Thomas Oppermann, der sie dem Salzburger Unternehmer Mathias Raubal über seine Bergsport-Großhandelsfirma Donaxis in Sierning abgekauft hat. Mit einem befreundeten Unternehmensberater will er nun etwas aus den Markenrechten an dem Gummiprodukt machen. Diese gelten weltweit außer für Deutschland – dort liegen sie ungenützt in Händen der Mapa GmbH (Billy Boy). Diesbezüglich laufen im Hintergrund Gespräche.

"Ich habe anhand der Marke Grivel (Eispickel, Steigeisen, Anm.) gesehen, wie man eine Marke aus dem Dornröschenschlaf holen kann", begründet Oppermann seinen doch recht überraschenden Branchenwechsel ins Fach der Verhütungsmittel. Mit Unterstützung von Ino Karning, Geschäftsführer der Linzer Kreativagentur Fredmansky, versucht er nun, die alte Marke wiederzubeleben. Der Schriftzug wurde beibehalten, die Verpackung "in Richtung Parfumverpackung" verändert, weil der Kondomkauf nach wie vor mit viel Unsicherheit und Scham besetzt sei, so Oppermann.

Ziel: Nummer zwei in Österreich

Blausiegel-Kondome sind trotz fehlender Markenarbeit nach wie vor im Handel und bei Apotheken gelistet und "Nummer drei oder vier" nach Durex (USA) und Billy Boy (Deutschland) in Österreich. Mittelfristig peilt Oppermann mit Blausiegel den zweiten Platz im Heimmarkt an, den er auf 20 Millionen Stück im Jahr schätzt.

Produziert bzw. endgefertigt und TÜV-zertifiziert wird Blausiegel in Deutschland, der Kautschuk kommt aus Asien. Das wird auch so bleiben. Wie früher in Automaten (auf Herrentoiletten) werden die vergleichsweise preiswerten und auch in verschiedenen Farben erhältlichen Verhütungsmittel nicht mehr verkauft werden. Dafür kommen sie demnächst neu in die OMV-Viva-Tankstellenshops in handlichen Kleinstverpackungen. Bei den unter 35-Jährigen ist die Kondommarke so gut wie unbekannt. Das will Karning ändern. "Neben dem Schutz vor Krankheiten wollen die Jungen bei der Verhütung weg von der Chemie von Pille und Stäbchen und zurück zur Natürlichkeit", sieht er im Kondom einen sehr beliebten und gar nicht aus der Mode gekommenen Begleiter für intime Begegnungen – gerade auch bei jungen Menschen.

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Artikel von

Ulrike Rubasch

Redakteurin Wirtschaft

Ulrike Rubasch
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