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Wirtschaftsraum OÖ

Keine Bälle, Quarantäne: Wie Corona das Friseurgeschäft zusammenstutzt

Von Elisabeth Prechtl  17. Oktober 2020 00:04 Uhr

Keine Bälle, Quarantäne: Wie Corona das Friseurgeschäft zusammenstutzt
Strenge Sicherheitsvorkehrungen: In manchen Salons bleibt jeder zweite Friseurstuhl frei.

LINZ. Mit "Frisör Klier" gibt es auch bereits die erste größere Corona-bedingte Insolvenz.

Keine Bälle, kaum Feste, und wenn geheiratet wird, dann zumeist nur in kleinem Kreis mit wenigen Gästen: Die heimischen Friseure sehen der Herbst- und Wintersaison mit Sorgen entgegen. Schuld daran sind die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. "Im März lag das Umsatzminus bei 60 Prozent. Der Mai war unser einziger normaler Monat", sagt Wolfgang Eder: Er ist Bundesinnungsmeister der Friseure und betreibt einen Salon in Salzburg. Im Schnitt liegen die Umsätze laut Eder aktuell zehn Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

9200 Betriebe mit rund 20.000 Beschäftigten gibt es in Österreich. Viele Friseure hätten nur eine geringe Eigenkapitalquote, sagt Eder. Noch würden viele davon profitieren, dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gestundet seien: "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Dass es im kommenden Jahr zu einer Reihe von Insolvenzen komme, sei nicht auszuschließen. Gestern, Freitag, wurde auch die erste größere Insolvenz bekannt: Die "Frisör Klier Gesellschaft" mit Sitz in Bergheim bei Salzburg musste beim Landesgericht Salzburg Konkurs anmelden. Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV und Creditreform wird eine Überschuldung im Zuge der Covid-19-Pandemie als Grund für die Insolvenz angegeben. 35 Standorte gibt es in Österreich, sieben in Oberösterreich. Ob diese weiter offen bleiben, ist laut KSV unklar. 281 Mitarbeiter sind betroffen.

Von "sehr herausfordernden Zeiten" spricht auch Oberösterreichs Landesinnungsmeisterin Erika Rainer, die einen Salon in Attnang-Puchheim betreibt. Aufgrund der strengen Sicherheitsmaßnahmen dürfen weniger Kunden in den Salon: "Jeder zweite Sessel muss frei bleiben, um die Abstände zu gewährleisten", sagt Rainer. Dazu komme, dass immer wieder Mitarbeiter ausfallen, weil sie nach Kontakt mit einer infizierten Person als K1-Kontaktpersonen gelten und sich für bis zu zehn Tage in Quarantäne begeben müssten – unabhängig davon, ob sie selbst positiv oder negativ getestet wurden.

Halbierung der Mehrwertsteuer

Daher ist die lauteste Forderung der Friseure auch jene nach einer "Freitestung": "Wenn ein Mitarbeiter sich nicht wohlfühlt, braucht es oft Tage, bis wir ein Testergebnis haben", sagt Eder. Die Friseure bräuchten aber rasch Gewissheit, auch im Hinblick auf die Personalplanung. "Es braucht ein Freitesten mittels eines Antigen-Tests, vor allem auch, um nicht tagelang in Quarantäne zu müssen." Auch eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf zehn Prozent wäre für die Branche hilfreich.

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Elisabeth Prechtl

Redakteurin Wirtschaft

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