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Wirtschaftsraum OÖ

"Es schmerzt sehr": Aus für Traditionsmarke Airfield

04. April 2020 00:04 Uhr

"Es schmerzt sehr": Aus für Traditionsmarke Airfield
„Es ist der Overkill, wie wenn dir jemand mit dem Hackl ins Kreuz haut. Wir waren eigentlich mit der Umstrukturierung gerade wieder auf Wachstumskurs.“ Walter Moser, Modeunternehmer

SEEWALCHEN. Modebranche: Seewalchner Unternehmen Walter Moser ging nach 83 Jahren das Geld aus.

Kein Ende nimmt der Aderlass in der Modebranche: Nach Jones, Charles Vögele und mister*lady im Vorjahr hat es nun Walter Moser aus Seewalchen am Attersee erwischt. Dem Traditionsbetrieb, für die Marke Airfield bekannt, ging nach 83 Jahren das Geld aus. Das Produktions- und Handelsunternehmen meldete gestern, Freitag, beim Landesgericht Wels Konkurs an, teilten die Gläubigerschutzverbände KSV 1870, Creditreform und AKV mit.

"Es ist der Overkill, wie wenn dir jemand mit dem Hackl ins Kreuz haut. Es schmerzt sehr", sagt Geschäftsführer Walter Moser. Er hat den 1937 als Näherei gegründeten Betrieb vor zehn Jahren von seinem Vater übernommen. Das Label Airfield entstand 1995, Größen wie Heidi Klum oder Sharon Stone bewarben die sportliche Damenmode und machten sie weltweit bekannt.

Die Pleite des Traditionsunternehmens betrifft 103 Beschäftigte und 110 Gläubiger. Passiva von 8,1 Millionen Euro stehen Aktiva von 2,2 Millionen Euro gegenüber. Zuletzt hatte Moser sechs Filialen in Österreich und Deutschland.

Moser führt die Pleite auf mehrere Ursachen zurück: Erstens die durch die Krise geschlossenen Geschäfte, zweitens Partnerfirmen, die Rechnungen nicht bezahlen, und drittens die bis in den Winter vorbestellte Ware. "Das alles ist in unserer Branche einzigartig", sagt der Firmenchef. Mit Banken und Beratern wurden Szenarien einer Fortführung besprochen, "aber die Rechnung geht nicht auf".

Nische geriet unter Druck

Hinzu komme der Strukturwandel der Branche, der auch Moser nicht verschont ließ. Mode sei in den vergangenen Jahren "massig" auf den Markt gekommen. Moser habe sich mit Airfield auf eine Nische spezialisiert, die immer stärker unter Druck geriet. "Daher haben wir vor drei Jahren einen Umstrukturierungsprozess begonnen, mit dem wir auch wieder auf Wachstumskurs waren", sagt Moser. Dass die Corona-Krise dem einen Strich durch die Rechnung machte, habe "keiner erahnen können". (rom)

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