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Wirtschaftsraum OÖ

Die Wirtschaft ist bereit für den Schulstart

Von Roland Vielhaber 07. September 2019 00:04 Uhr

Die Wirtschaft ist bereit für den Schulstart
Wirtschaftsfaktor Schulstart: Pro Kind geben die Oberösterreicher 100 Euro aus.

LINZ. 450.000 Schulbücher werden in diesen Tagen verteilt und Millionen Hefte verkauft.

Auf geht’s! Am Montag starten 190.000 Kinder und Jugendliche wieder in den Schul-Alltag. Oberösterreichische Unternehmen sind vorbereitet. So werden 450.000 Bücher – wie im Fall vom Trauner Verlag – verteilt und sind bereits Millionen Hefte des Gunskirchner Formatwerks über den Ladentisch gegangen. Auch andere Branchen wie Schultafel- oder Schulmöbel-Erzeuger haben die Hausaufgaben längst erledigt (siehe Berichte unten).

Dass der Schulstart ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, bestätigt Georg Obereder, Spartenobmann für den Papier- und Spielwarenhandel in der Wirtschaftskammer: "Im Schnitt gibt der Oberösterreicher pro Kind zum Schulbeginn rund 100 Euro aus."

Die Papierfachhändler – 333 gibt es bundesweit, 72 in Oberösterreich – erzielten bundesweit insgesamt einen Umsatz von 300 Millionen Euro. "20 Prozent davon werden in Oberösterreich gemacht", sagt Obereder. Was für einen Kauf beim Papierfachhändler spreche? "Wir haben die Preise von 44 Produkten, die in keiner Schultasche fehlen dürfen, in fünf regionalen Fachgeschäften und fünf Supermärkten verglichen. Am besten schnitt ein regionaler Fachhändler ab." Welcher das sei, verrät Obereder nicht.

Formatwerk

Seit mehr als 40 Jahren hält das Formatwerk in Gunskirchen als heimischer Marktführer sprichwörtlich das Heft in der Hand. „Wir haben zwei Standbeine. Das eine ist der Bürobereich, der andere eben die Schule. Insgesamt verkaufen wir in Österreich 13 Millionen Hefte“, sagt Geschäftsführer Thomas Riemer.

Mit den Hausaufgaben für den Schulstart müsse schon Monate vorher gestartet werden. „Wir arbeiten seit dem vierten Quartal des Vorjahres an der Produktion. Im März haben wir damit begonnen, unsere Kunden zu beliefern“, sagt Riemer und, dass „80 Prozent der Jahresversorgung jetzt verkauft werden.“ Insgesamt produziert das Formatwerk jährlich 30 Millionen Hefte: „Wir sind damit in der Papierverarbeitung hinter einem französischen Unternehmen der zweitgrößte europäische Player.“ In Gunskirchen sind 100 Mitarbeiter beschäftigt, in Deutschland 42. Der Umsatz liegt bei 33 Millionen.

Trauner Verlag

Egal ob Deutsch- oder Englischbuch oder Ergänzungsmaterial zum Lernen: „Die Auslieferung unserer Bücher läuft in diesen Tagen auf Hochtouren“, heißt es beim Trauner Verlag, bei dem der Generationenwechsel von Ingrid und Rudolf Trauner auf Sohn Rudolf jun. und dessen Frau Sonja ins Haus steht.

„Insgesamt sind es knapp 450.000 Bücher, die an die diversen Schulen und Einrichtungen verteilt werden“, sagt Ingrid Trauner, Geschäftsführerin des Linzer Familienbetriebs. Schwerpunktmäßig handle es sich um Lehrmaterial für mittlere und höhere sowie berufsbildende Schulen. „Seit drei Jahren beschäftigen wir uns auch intensiv mit der Digitalisierung.“ Die Folge: „Wir gehen einen dualen Weg, bieten analoge und digitale Lehrmaterialien an.“ Eine Umfrage des Verlags habe ergeben: „Schüler sagen, sie lernen lieber mit dem Buch, üben wollen sie digital.“ Der Betrieb beschäftigt 80 Mitarbeiter.

Furthner Schultafeln

„Von Juli bis September leisten wir doppelten Einsatz.“ Bei Walter und Ingrid Furthner, Sohn Walter Furthner junior und den 30 Mitarbeitern bei Furthner Schultafeln in Zell an der Pram herrscht in den Sommerferien Hochbetrieb. „Wir statten Schulen in ganz Österreich sowie in Südtirol und Bayern aus – egal, ob es jetzt die grünen oder interaktive Tafeln sind oder Screens. Dazu kommen noch Wartungsarbeiten und Instandhaltung“, sagt Ingrid Furthner im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Die Erfolgsgeschichte des Innviertler Unternehmens begann im Jahr 1950: Firmengründer Walter Furthner erhielt sein erstes Patent auf eine Schultafel-Konstruktion,zwei Jahre später begann er in der Werkstatt seines Vaters mit der Fertigung. Längst ist Furthner Schultafeln auf seinem Metier Marktführer in Österreich. Der Umsatz des Familienbetriebs liegt bei 30 Millionen.

Schulmöbel Mayr

Für die 160 Stamm-Mitarbeiter von Schulmöbel Mayr in Scharnstein zählen die Sommermonate zu den stärksten Produktionswochen des Jahres. „In dieser Zeit machen wir 50 Prozent unseres Jahresumsatzes (laut Firmenbuch 25 Millionen Euro, Anmerkung)“, sagt Maximilian Auinger, wie Franz Josef Wiener Geschäftsführer des Unternehmens. So wurden zuletzt pro Woche rund 3500 Schülersessel in den verschiedensten Ausführungen sowie 1300 Schülertische im Almtal gefertigt. Ohne Ferialarbeiter wäre das nicht möglich: „Bei uns helfen im Sommer bis zu 100 Schüler und Studenten“, sagen Auinger und Betriebsleiter Florian Huemer.

Das Unternehmen wurde 1968 von Johann Mayr in Scharnstein gegründet. Mittlerweile sitzen Schüler auf der ganzen Welt – konkret in aktuell 19 Ländern auf drei Kontinenten (Europa, Asien und Lateinamerika) – auf Einrichtungen von Mayr Schulmöbel.

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Redakteur Land und Leute

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