Lade Inhalte...

Wirtschaftsraum OÖ

Das Lieblingsgetränk der Österreicher dürfte bald spürbar teurer werden

Von Susanne Dickstein  11. Januar 2020 00:04 Uhr

LINZ. Der Kaffeepreis ist an den Rohstoffbörsen seit Herbst um ein Viertel gestiegen.

Brasilien macht den Kaffeepreis: Wenn die Ernte des weltgrößten Kaffeeproduzenten schlecht ausfällt, steigen die Preise. Genau das ist 2019 passiert, nachdem die brasilianische Prognosebehörde Conab einen Mengenrückgang um rund ein Fünftel vorhergesagt hatte. An den internationalen Rohstoffbörsen ist der Kaffeepreis allein in den vergangenen drei Monaten um ein Viertel nach oben gegangen. Erfahrungsgemäß dauert es maximal ein halbes Jahr, bis Preissteigerungen bei den Konsumenten ankommen.

Mit 145 Litern pro Kopf und Jahr ist der Kaffee das beliebteste Getränk der Österreicher vor Wasser und Bier. Drei von vier Österreichern starten mit Kaffee in den Tag. Da schmerzt jede Teuerung. Marktkenner hingegen halten Kaffee für zu günstig. "Zwischenzeitlich ist der Kaffeepreis schon so niedrig gewesen, dass es für die Produzenten nicht mehr kostendeckend war. Die Bauern in den Ursprungsländern kämpfen um das Überleben. Insofern sehe ich den aktuellen Preisanstieg positiv", sagt Wolfgang Köppl, Gründer der Handelsfirma "Die Röster" aus Steyregg. Er kaufe ausschließlich bei heimischen Röstern wie Suchan in Freistadt ein. In diesem Qualitätssegment seien die Preise seit Jahren stabil. "Ich bin seit fünf Jahren selbstständig, da hatten wir erst eine Preissteigerung."

Alles rund um den Kaffee
Wolfgang Köppl

"Kaffee ist definitiv ein Luxusgut, weil so viel Handarbeit darin steckt", sagt auch Iris Grieshofer, Geschäftsführerin der Spar-Rösterei Regio Kaffee in Marchtrenk. "Früher war das auch so. Ich habe ein Spar-Flugblatt aus 1956 gefunden: Damals kosteten 125 Gramm Kaffee 13 Schilling." Das würde heute einem Kilopreis von 56 Euro entsprechen. 4000 Jahrestonnen Rohkaffee werden in Marchtrenk verarbeitet, die bei Zwischenhändlern und direkt bei den Produzenten gekauft werden. Jeder vierte Regio-Kaffee sei ein "fair trade"-Produkt. "Die Kaffeebauern brauchen Geld. Wenn sie mit Kaffee nichts verdienen, bauen sie stattdessen Mais oder Bananen an."

Das Lieblingsgetränk der Österreicher dürfte bald spürbar teurer werden
Iris Grieshofer, Chefin Regio Kaffee

Irgendwo auf der Welt werden die Bohnen immer geerntet, in Brasilien zwischen April und August. Ein halbes Jahr dauert es, bis die Ernte in unseren Tassen landet. Um Preisschwankungen auszugleichen, werde "klug eingekauft", sagt Grieshofer. Gemeint ist eine geografische Streuung. Zudem kann bis zu einem Zehntel des Jahresbedarfs in den Regio-Silos in Marchtrenk gelagert werden.

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Artikel von

Susanne Dickstein

stv. Ressortleiterin Wirtschaft

Susanne Dickstein
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Wirtschaftsraum OÖ

35  Kommentare expand_more 35  Kommentare expand_less