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Wirtschaftsraum OÖ

"China führt Krieg mit Hackern"

Von Ulrike Rubasch  24. Januar 2020 00:04 Uhr

Dean Cheng

LINZ. US-China-Experte Dean Cheng über Handelskonflikte und geistigen Diebstahl.

Den Umgang Chinas mit geistigem Eigentum und die systematische Kriegsführung über Cyberangriffe und staatlich bezahlte Hackergruppen kritisierte der amerikanische China-Militär-Experte Dean Cheng. Er war bei der Academia Superior und den OÖN in Linz zu Besuch. Der gefragte Kommentator arbeitet für die Heritage Foundation, einen konservativen Thinktank, der maßgebliche Impulse für die US-Außenpolitik setzt.

"Vor 2015 haben wir mindestens drei maßgebliche Hackereinheiten der chinesischen Regierung identifiziert mit je einem guten Dutzend Beteiligter. Diese wurden in eine neue Militäreinheit zusammengefügt mit Weltraum- und Cyberhacking-Experten, Psychologen, Juristen, Meinungsforschern. Da reden wir von Zehntausenden Menschen, die zu dieser Einheit gehören. Deren Ziel ist Kriegsführung mit Information", sagt Cheng. Aus diesem Grund sei es auch verständlich, dass "geistiges Eigentum" die Hauptursache für den Handelskonflikt zwischen China und den USA sei, "nicht Währungsmanipulation oder Handelsdefizit". Die vorläufige Beilegung des Streits mit einer Vereinbarung vergangene Woche beurteilt Cheng als "gewissen Fortschritt".

Es sei bemerkenswert, dass China unterzeichnet habe, dass die USA dem Land wieder Zölle aufbrummen werden, sollte es fortgesetzt geistiges Eigentum stehlen.

In diesem Licht ist auch die US-Sanktionspolitik gegen das IT-Unternehmen Huawei zu sehen. Es sei zwar ein privates Unternehmen, das von sich behaupte, keine Daten an die chinesische Nomenklatura weiterzugeben. Cheng: "Apple weigert sich auch, Daten seiner Kunden an die US-Regierung rauszurücken. Der Unterschied ist nur, wenn Huawei sich weigert, würde es das Unternehmen nicht überleben."

Er sieht aber für Europa, sollte es Huaweis günstige Technologie in den Aufbau der 5G-Mobilfunknetze zulassen, eine Gefahr, dass "alle Daten, die darüberlaufen, automatisch mit China verbunden sind". Alle demokratisch orientierten Staaten sollten hier China entgegenhalten, warnt Cheng.

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Ulrike Rubasch

Redakteurin Wirtschaft

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