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Wirtschaftsraum OÖ

Bio Austria möchte eigene Bioläden

Von Josef Lehner 21. September 2019 00:04 Uhr

Bio Austria möchte eigene Bioläden
Bio Austria will auch den Ab-Hof-Verkauf stärken. 300 solcher Betriebe gibt es aktuell in Oberösterreich.

LINZ. Handelsketten könnten Konkurrenz bekommen – Regionales Warenangebot wäre das Ziel.

Österreichs größte Biobauernvertretung, Bio Austria, feiert heuer das 40-jährige Bestehen. Aus diesem Anlass hat Landesobmann Franz Waldenberger nicht nur eine Radtour zu den Gründungsfunktionären gestartet, er wälzt auch neue Pläne, besonders auf der Absatzseite.

Die österreichischen Lebensmittelhändler sind auf dem Biosektor zwar stark unterwegs: Rewe mit "Ja! Natürlich", Spar mit "Natur*pur", Hofer mit "Zurück zum Ursprung" und die kleinen Ketten wie Unimarkt mit "Natürlich für uns". Diese großen Handelsmarken haben die Biobauern aber auch abhängig gemacht. Mit neuen, eigenen Läden könnte Bio Austria neue Akzente setzen und die Nachfrage ankurbeln.

"Wir haben hier Überlegungen, aber noch keine festen Pläne", sagt der studierte Biologe und VP-Bürgermeister von Pennewang. Vor allem könnte so dem Wunsch der Konsumenten nach regionaler Herkunft der Lebensmittel besser entsprochen werden. Außerdem solle der Ab-Hof-Verkauf verstärkt werden. Es gibt bereits rund 300 in Oberösterreich (bundesweit 1200), aber jeweils beschränkt auf einige Produkte (zu finden auf biomaps.at).

Noch intensiver will sich Bio Austria mit der Gastronomie beschäftigen, die derzeit bei ihren Rohstoffen nur rund sechs Prozent Biolebensmittel einsetzt, also deutlich weniger, als es Haushalte machen. "In Großküchen haben wir aber bis zu 20 Prozent Anteil", sagt Waldenberger. Er meint damit vor allem Betriebe der öffentlichen Hand wie Spitäler, Heime, Schulen und Kindergärten. Die Gastronomie wird in Verpflegungsfragen immer bedeutender, weil täglich rund vier Millionen Österreicher außer Haus essen. Bei dem Boom müssen die Ökoproduzenten dabei sein.

Rohstoffe auf Speisekarten

Bio Austria ist ehrgeizig: "Wir streben 60 Prozent Anteil an", sagt der Landesobmann. Wenn die gesetzliche Vorschrift käme, dass die Herkunft der wesentlichen Rohstoffe auf allen Speisekarten angegeben werden muss, würde das rasch erreicht. Die Bauernvertreter arbeiten politisch seit Jahren an diesem Plan.

Ein schweres Handicap ist für die Ökolandwirtschaft, dass sich die Budgetverhandlungen der Europäischen Union wegen der neuen Kommission verzögern. Es sieht danach aus, dass die nächste Finanzperiode nicht mit 1. Jänner 2021 beginnt, sondern zumindest ein Jahr später. Die Einigung auf das Agrarbudget ist wegen der vielen unterschiedlichen Wünsche sehr schwierig. Seit 1. 1. 2019 gibt es in Österreich aber kein Budget mehr für neu einsteigende Biobauern, sondern erst in der nächsten Finanzperiode. Waldenberger: "Unsere Berater sagen, dass das Interesse von Bauern sehr groß ist. Jetzt könnte sich die Wartezeit für sie verlängern. Das ist sehr schmerzhaft."

Die zweite große Biobauernorganisation, Demeter, feiert übrigens an diesem Wochenende, 21./22. September, ihr 50-jähriges Bestehen, auf dem Wegwartehof (NÖ).

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Josef Lehner

Redakteur Wirtschaft

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