Lade Inhalte...

Wirtschaftsraum OÖ

Arbeiterkammer mit Rekord-Einnahmen

Von Sigrid Brandstätter  25. Mai 2022 00:08 Uhr

Arbeiterkammer mit Rekord-Einnahmen
Der Rechnungsabschluss der AK Oberösterreich wurde gestern einstimmig genehmigt.

LINZ. Über Direktleistungen soll Geld an die Mitglieder zurückwandern.

Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich hat bei der gestrigen Vollversammlung ein für sie selbst überraschend positives Jahr präsentiert: Mit 97,84 Millionen Euro gab es ein Einnahmenplus von gut sechs Prozent gegenüber 2020 (92,12 Millionen). Der Mitgliederstand ist im Vergleich nur um ein Prozent auf 677.522 gestiegen.

Die Zunahme resultiere aus den Lohnerhöhungen, dem Beschäftigungsplus, dem Eingang gestundeter Beiträge und einer niedrigen Insolvenzrate, so AK-Direktorin Andrea Heimberger. Zudem sei der Anteil nicht-beitragspflichtiger Mitglieder rückläufig. Das ist jeder Sechste. Dazu gehören Arbeitslose, Lehrlinge, Präsenzdiener und geringfügig Beschäftigte.

30 Millionen Euro wurden den Rücklagen und Rückstellungen zugeführt. Dieser Posten ist damit nach dem Personalaufwand (45 Millionen) die größte Ausgabengruppe. Diese liegen (bei einer Bilanzsumme von 172 Millionen Euro) inzwischen bei 94,5 Millionen Euro.

Renovierung der Bezirksstellen

In einer allfälligen Diskussion über eine Senkung des AK-Beitrages würde Heimberger entgegnen, es sei nicht davon auszugehen, dass die Einnahmen-Entwicklung so weitergehe. 0,5 Prozent des Bruttoentgelts sind aktuell an die AK abzuführen. Das seien durchschnittlich acht Euro pro Mitglied und Monat, so Heimberger.

Die größte Investition um 9,8 Millionen Euro war der Neubau der Bezirksstelle in Ried. Aktuell werde Kirchdorf renoviert, auch in Gmunden und Wels bestehe demnächst Modernisierungsbedarf, ergänzt die stellvertretende Direktorin und Finanzchefin Gerda Landsiedl. Alle zwei Jahre stehe eine größere Sanierung an.

Über Direktleistungen – wie einem 100-Euro-Zuschuss zum verpflichtenden Fahrsicherheitstraining für Führerschein-Neulinge – wolle die Interessenvertretung die Mehreinnahmen ihren Mitgliedern zurückgeben. Heimberger kündigte an, dass für Familien noch etwas kommen werde. Auch der Bildungsbonus für Weiterbildungen sei so eine zielgerichtete Maßnahme.

Bei der Vollversammlung wurde weiters über 27 Resolutionen abgestimmt. AK-Präsident Andreas Stangl forderte ein Aus für die kalte Progression und eine Anpassung aller Sozialleistungen an die Inflation. 

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Artikel von

Sigrid Brandstätter

stellvertretende Leiterin Ressort Wirtschaft

Sigrid Brandstätter

7  Kommentare 7  Kommentare