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Wirtschaftsraum OÖ

Streit im Betriebsrat der voestalpine zieht weite Kreise

18. Dezember 2009 00:04 Uhr

voestalpine kündigt Wandelanleihen

LINZ. Nächste Woche kommt es im Arbeiter-Betriebsrat der voestalpine Stahl zu einer brisanten Neuwahl. Die roten Betriebsräte sind tief gespalten. Belegschaftsvertreter haben sogar an Kanzler Faymann und führende SP-Politiker geschrieben.

Wie berichtet, muss erstmals in der Geschichte der voestalpine ein amtierender Betriebsratsvorsitzender während der Funktionsperiode die Vertrauensfrage stellen. Johann Linsmaier muss um den Vorsitz zittern. Sein Herausforderer ist sein bisheriger Stellvertreter Manfred Hippold.

Auf der Tagesordnung zur Sitzung am 22. Dezember steht die Neuwahl des Vorsitzenden, seines Stellvertreters, des Schriftführer und des Kassiers.

Als treibende Kraft, der die Spaltung in zwei Lager betrieben hat, gilt in Insiderkreisen Dietmar Keck, seit 2002 auch im Nationalrat. Schon damals hatte es geheißen, das politische Mandat sei das beste Mittel, dem gelernten Friseur und späteren Produktionstechniker innerhalb des Unternehmens weniger Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Jetzt heißt es, Hippold lasse sich von Keck instrumentalisieren. Gelingt der Putsch, würde Keck zum Stellvertreter Hippolds.

Sitznachbar des Linzers im Nationalrat ist Metallgewerkschafter Walter Schopf. Der wird am Dienstag dafür zu sorgen haben, dass die Wahl rechtmäßig abläuft. Aus Wien reist ebenfalls ein gewerkschaftlicher Wahlbeobachter an.

Linsmaier wird Handschlagqualität und konstruktive Arbeit attestiert. Allerdings gilt er nicht gerade als charismatische Führungspersönlichkeit mit Entscheidungsstärke.

Innerhalb der Betriebsräte wird der Putschversuch auch als Kampfansage an den Konzernbetriebsrat Hans-Karl Schaller verstanden. Schaller und Keck waren während ihrer Betriebsratskarriere stets Konkurrenten. Dass die beiden nicht die besten Freunde sind, ist kein Geheimnis. Während Schallers krankheitsbedingter Absenz ist der schwelende Konflikt jetzt offen ausgebrochen.

Buhlen um FP-Stimme

Bei der Wahl dürfte es sehr knapp werden. Deshalb haben beide Kontrahenten beim einzigen freiheitlichen Betriebsrat, Gerhard Knoll, bereits um seine Stimme gebuhlt, bestätigt dieser gegenüber den OÖN. Ein Ausweg könnte sein, dass nach einem dritten Kandidaten gesucht wird, der den Vorsitz übernimmt und dann die zerstrittenen Blöcke wieder einen soll.

Der Unmut an der Basis ist groß. In einem den OÖN vorliegenden Mail beklagen Vertrauensmänner, die Arbeitnehmer fühlten sich „schwer vernachlässigt“. In 19 Punkten (u.a. Dienstautos für Betriebsräte) machen sie Versäumnisse der Betriebsräte und der SP fest. Adressaten sind neben Kanzler Faymann auch Oberösterreichs SP-Chef Josef Ackerl und Gewerkschaftspräsident Erich Foglar.

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