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Wirtschaftsraum OÖ

Rundschau-Mitarbeiter proben den Aufstand gegen Kündigungswelle

13. November 2008 00:00 Uhr

LEONDING. Verunsicherung, Frust, gepaart mit Wut. Das äußerte sich gestern bei der Betriebsversammlung der OÖ. Rundschau in der Kürnberghalle Leonding. Mehr als 200 Mitarbeiter kamen und beschlossen ein Forderungspaket.

Dieses richtet sich einerseits an die neuen Gesellschafter aus Tirol (Moser-Holding), aber auch an die bisherigen Miteigentümer Raiffeisen-Landesbank und VP Oberösterreich. Vergangene Woche hatte die Moser-Holding den Mitarbeitern einen radikalen Plan zur Einsparung und Umstrukturierung vorgestellt: Die bisherige Kaufwochenzeitung am Mittwoch/Donnerstag, die OÖ. Rundschau, soll ab Jänner nur noch als Gratiszeitung im Kleinformat vertrieben werden. Ebenfalls zum Kleinformat mutieren soll die Gratiszeitung Sonntags-Rundschau. Verbunden damit kündigte die Moser-Holding 100 Kündigungen an. Die verbleibenden etwa 150 Beschäftigten sollen demnach massiv schlechtere Vertragsbedingungen akzeptieren.

Gegen diesen sozialen Kahlschlag setzen sich die Mitarbeiter jetzt zur Wehr. Mehr als 200 folgten der Einladung des Betriebsrates zur Versammlung gestern Nachmittag in die Kürnberghalle in Leonding. Dabei machten viele ihrem Unmut Luft. Es gebe – speziell in Einzelgesprächen – Druck und Desinformation. Angebote, die diesen Namen gar nicht verdienen, sollten akzeptiert werden. Ansonsten, so wird zumindest angedeutet, müssten die Mitarbeiter selbst kündigen. Wovor die Rechtsexperten von Gewerkschaft GPA-djp und der Arbeiterkammer abrieten.

In einer einstimmig beschlossenen Resolution werden die Verantwortlichen der OÖ. Rundschau und der OÖ. Rundschau Service GesmbH. sowie die Moser-Holding aufgefordert, bis morgen, Freitag, ein schriftliches Konzept über die Neuausrichtung des Unternehmens mit den genauen Besitzverhältnissen dem Betriebsrat gegenüber offenzulegen. Ebenfalls gefordert wird ein wesentlich höher dotierter Sozialplan. Das bisherige Angebot der Moser-Holding mache lediglich 350.000 bis 400.000 Euro aus. Gefordert werden jetzt von den Mitarbeitern mindestens zwei Millionen Euro.

Auch die bisherigen Miteigentümer, die RLB und die VP, werden aufgefordert, aktiv zu werden und mitzuhelfen, „das Los der Gekündigten zu verbessern“.

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