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Wirtschaftsraum OÖ

Putschversuch bei den Bauernrebellen der IG Milch

27. April 2013 00:04 Uhr

Putschversuch bei den Bauernrebellen der IG Milch
Obfrau Feldhofer: „Putsch“

Bei der Interessensgemeinschaft IG Milch fliegen die Fetzen. Die Rechnungsprüfer haben mit acht Vorstandsmitgliedern für kommenden Dienstag, 30. April, eine außerordentliche Generalversammlung einberufen.

„Wir haben bei der letzten Rechnungsprüfung Probleme festgestellt. Für eine neue Prüfung wurde uns Einsicht verwehrt“, sagt Prüfer Erwin Thumfart, Milchbauer aus Bad Leonfelden, wo der Verein seit Gründung vor rund zehn Jahren den Sitz hat.

Die Obfrau, die steirische Milchbäuerin Erna Feldhofer, ist empört: „Es geht um eine Machtübernahme“, sagt sie den OÖNachrichten. Die Generalversammlung werde verhindert werden; sie sei nach Vereinsrecht beim Bezirksgericht beeinsprucht. „Ich habe mit den Vorstandsmitgliedern, die hinter mir stehen, eine Mehrheit“, sagt die Funktionärin. Sie ist seit vielen Jahren wegen ihres Engagements geschätzt, nicht nur bei den meisten der rund 2400 Mitglieder. Gerüchte kommentiere sie nicht, nur so viel: „Die Kassenbücher liegen bei einem gerichtlich beeideten Sachverständigen.“

Die Gerüchte sind weitreichend: Vorstandsmitglieder seien mit Geld gelockt worden, falls sie gegen Feldhofer mitmachten. Hinter dem Umsturz würden drei IG-Milch-Gründer stehen: Ex-Obmann Ewald Grünzweil aus Vorderweißenbach, Ernst Halbmayr aus St. Peter in der Au (NÖ) und Thomas Schmidthaler aus Laussa (der vierte Gründer, Leo Steinbichler aus Aurach, ist Agrarsprecher des Teams Stronach und nimmt sich keine Zeit mehr für die IG). „Das ist ein völliger Blödsinn“, sagt Halbmayr zu den Vorwürfen.

Halbmayr war bis 2012 Alleingesellschafter der „Freie Milch GmbH“, mit der er als Konkurrent der Molkereien Bauernmilch vermarktet. Seit 2012 sind Grünzweil, Schmidthaler und Johannes Bauer aus Arbesbach gleichberechtigte Gesellschafter. Das Unternehmen hatte negatives Eigenkapital. Der Milchpreis war schlecht, die Lage habe sich gebessert, sagt Halbmayr. Dass er mit seinem Unternehmen die IG-Milch-Marke „A faire Milch“ übernehmen wolle, verneint der umtriebige Bauer. Er sei sogar für eine klare Trennung.

Molkereien zahlen mehr

Es gibt auch Erfreuliches für Milchbauern: Bergland wird mit 1. Mai den Preis für ihre 13.000 Lieferanten erhöhen. Noch besser läuft es beim „Verein der Milchproduzenten“, der Bayern beliefert: „Wir haben bei der Molkerei Bergader eine Preiserhöhung auf 41,6 Cent brutto erreicht und drei Cent Sonderzahlung für April“, sagt Obmann Johann Großpötzl. Die 350 Mitglieder erhalten mehr als in Österreich.

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