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Wirtschaftsraum OÖ

Oberösterreichs Baubranche spürt den Aufschwung schon

Von Von Karin Haas   29. Januar 2011 00:04 Uhr

Oberösterreichs Baubranche spürt den Aufschwung schon
WK-Präsident Rudolf Trauner (v.l.), Bau-Innungsmeister Norbert Hartl, Bauhilfsgewerbe-Chef Kurt Bernegger

LINZ. Über eine gute Auftragslage im privaten Wohnbau freut sich Oberösterreichs Baubranche. Die traf kürzlich zu ihrem Bautag zusammen. Die unter Spardruck stehenden Gemeinden machen aber Sorge. Hier könnte ein Handwerker-Bonus für Private einiges kompensieren.

250 Unternehmer aus dem Baugewerbe kamen zum Meinungsaustausch in ihre Interessenvertretung am Hessenplatz in Linz. Bau-Innungsmeister Norbert Hartl (Schmid-Bau in Frankenburg) lobte den für drei Jahre abgeschlossenen Kollektivvertrag. „Das macht Steigerungen kalkulierbar“, so Hartl.

Er beklagte aber auch , dass die öffentliche Hand bei den Aufträgen auslasse. Das macht auch Kurt Bernegger, Innungsmeister des Bauhilfsgewerbes Sorgen, „Die Großprojekte fehlen uns.“

Handwerker-Bonus gefordert

Da im privaten Wohnbau die Investitionsbereitschaft groß ist, könnte der lange geforderte Handwerkerbonus nach deutschem Muster einiges an Ausfällen in anderen Bereichen kompensieren. Der Bonus sieht vor, dass private Auftraggeber Arbeitskosten von Handwerkern für Renovierung, Erhaltung und Modernisierung von der Steuer absetzen können – dies für maximal ein Fünftel von 6000 Euro Betrag auf der Rechnung, also 1200 Euro pro Jahr.

Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Trauner lobte die Lehrlingsausbildung in der Baubranche, die Oberösterreich bei der Berufs-Europameisterschaft in Lissabon etliche Preise brachte. „Eine gute duale Ausbildung ist mir lieber als ein etwas besserer PISA-Test“, so Trauner.

Beim anschließenden Vortrag des Markenstrategen Michael Brandtner spitzten die Bauprofis die Ohren. Ging es doch darum, aus der Masse des Mittelmaßes mit geschickter Markenpolitik herauszustechen.

Das ist laut Brandtner auch kleinen Firmen möglich. Sein Rezept, sich zu Höhen wie Fenster-Internorm, Prefa-Dach oder Passivhaus-Mittermayr aufzuschwingen: Den Kundenvorteil mit einem möglichst einfachen Wort zu besetzen (etwa Prefa-Dach = stark), einen Slogan zu finden, der in die Mundpropaganda Eingang findet („Prefa, stark wie ein Stier“) und als Kür auch noch ein Bild finden, das die Marke visualisiert.

„Es geht nicht darum, wer etwas erfindet, sondern wer es in den Köpfen besetzt“, so Brandtner weiter. Denn jedes Produkt hat nicht eine, alleinige und objektive Qualität, sondern auch eine ganz subjektiv wahrgenommene „zweite“ Qualität.

Obendrein brauche man Geduld. Denn in den Köpfen der Konsumenten verankert zu werden, brauche Zeit. So ist etwa der Parade-Flugdiskonter Ryanair auch schon 25 Jahre alt, obwohl er in den Köpfen als „junger“ Diskonter wahrgenommen wird.

Baumeister, Bodenleger, Pflasterer...

•Oberösterreichs Baugewerbe zählt 1837 aktive Mitglieder in der Wirtschaftskammer. 60 Prozent der Firmen beschäftigen weniger als fünf Mitarbeiter. Landesinnungsmeister ist Norbert Hartl (Schmid-Bau, Frankenmarkt).

•Das Bau-Hilfsgewerbe hat 1277 aktive Mitglieder registriert und umfasst ein gutes Dutzend Gewerbe vom Bodenleger über den Stukkateur, den Kiesproduzenten bis zum Pflasterer. Rund 100 Lehrlinge werden ausgebildet. Innungsmeister ist Kurt Bernegger aus Molln.

•Die Bauproduktion inkl. Industrie beträgt in Oberösterreich 1,7 Mrd. Euro im Hochbau und 1,2 Mrd. im Tiefbau.

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