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Wirtschaftsraum OÖ

Neustart? Insolvente Fill Metallbau holte einen Sanierer in die Chefetage

Von Alexander Zens   11. November 2017 00:05 Uhr

Neustart? Insolvente Fill Metallbau holte einen Sanierer in die Chefetage
Der Austria Campus in Wien ist eines der Projekte, bei denen sich das Innviertler Familienunternehmen verkalkuliert hat.

HOHENZELL. Jürgen Kaiser soll Stefan Fill unterstützen – Mitarbeiter haben Oktober-Löhne bekommen.

Fill Metallbau hat seit Montag einen neuen Manager in der Führungsebene: Der Sanierer Jürgen Kaiser ist interimistischer Finanzchef und soll einen Neuaufbau des Anfang Oktober in die Pleite geschlitterten Fassadenbauers mit Sitz in Hohenzell ermöglichen. Das bestätigten Firmenchef Stefan Fill und Masseverwalter Robert Tremel gestern, Freitag. Der aus Oberösterreich stammende und in Baden ansässige Kaiser war schon bei vielen Firmen tätig.

Bevor Fill Metallbau nachhaltig saniert werden kann, müssen aber die Gläubiger, darunter acht Banken, bei der Tagsatzung am 29. November erst dem Sanierungsplan zustimmen. Fill bietet, wie berichtet, eine Quote von 30 Prozent an, also mehr als die gesetzlich vorgeschriebene.

Das Sanierungsverfahren laufe gut, sagt Tremel. Die 238 Mitarbeiter haben ihre Oktober-Löhne Anfang November bekommen. "Wir mussten bisher weder für Löhne noch für Material-Rechnungen auf Haftungen zurückgreifen, konnten alles aus dem Cash-flow bewerkstelligen", sagt Tremel. Eine Million Euro Haftung wäre aus dem Familienkreis von Fill bereitgestellt. In den vergangenen Wochen arbeiteten Fill und Tremel daran, Vereinbarungen zur Abwicklung laufender Projekte in Österreich, Deutschland und Großbritannien zu treffen. Bei 90 Prozent sei das schon gelungen, sagt Fill. Mit wie vielen Mitarbeitern es in Zukunft weitergehen soll, werde im Laufe der nächsten Woche entschieden. Die Frage, ob ein Investor einsteige, stelle sich noch nicht.

Die September-Löhne, die Fill nicht zahlen hatte können, haben die Mitarbeiter übrigens nach Prüfung der Arbeiterkammer am 25. Oktober vom Insolvenz-Entgelt-Fonds bekommen. Er glaube nicht, dass das bei einer Firma dieser Größe jemals schneller gegangen sei, sagt Tremel.

Außerdem habe er noch nie erlebt, dass es von Vertragspartnern während des Insolvenzverfahrens keinerlei Schadenersatzansprüche gebe. Sie seien offenbar mit der Qualität der Arbeit der Innviertler grundsätzlich zufrieden.

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