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Wirtschaftsraum OÖ

Holzkonzern Häupl insolvent: Siebtgrößte Pleite im Lande

04. März 2009 00:04 Uhr

Holzkonzern Häupl insolvent Siebtgrößte Pleite im Lande
60 Hektar Betriebsareal; Holzkonzern Häupl in Vöcklamarkt hofft auf den Ausgleich.

VÖCKLAMARKT. Der Verfall der Holzpreise, die Finanzkrise und der Nachfrageeinbruch haben den Vöcklamarkter Sägekonzern Häupl zu Fall gebracht. Die Insolvenz ist nach Schadenssumme die siebtgrößte im Lande.

Seit Herbst vergangenen Jahres sind Berater des deutschen Unternehmens Jaakko Pöyry Consulting im Holzindustriekonzern Häupl. Den bereits damals war die Lage dramatisch. Beschäftigte das Traditionsunternehmen in guten Zeiten noch 200 Mitarbeiter und erwirtschaftete 72 Millionen Euro Umsatz, so sind es derzeit 102 Mitarbeiter.

73 Millionen Schulden

Der Umsatz brach im Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende Oktober) auf 55 Millionen ein. Für heuer werden gar nur mehr 40 Millionen Euro Umsatz prognostiziert. Anwalt Christian Rumplmayr sagt, den Beschäftigtenstand vorerst halten zu können. Es gibt keinen Betriebsrat. Rumplmayr peilt einen Ausgleich mit einer Quote von 40 Prozent an.

Die Schulden betragen laut der Gläubigerschutzverbände KSV, AKV und Creditreform 72,9 Millionen Euro. Dem stehen Aktiva als Buchwerte von 116 Millionen Euro gegenüber. Ein Teil davon ist das 60 Hektar große Betriebsareal, das mit 14 Millionen Euro belastet ist.

Die Geschäftsführer sind Johann und Christian Häupl, die zu gleichen Teilen auch Besitzer des Unternehmens sind. Masseverwalter Rumplmayr zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen saniert werden kann. Es gebe einen Maßnahmenkatalog, der die Schließung von Teilbereichen und ein Gesundschrumpfen beinhaltet.

Es sollen ein Sägewerk, ein Schneidegatter und eine Hobelanlage stillgelegt werden. Die 186 Gläubiger können über den Ausgleichsantrag am 14. Mai im Landesgericht Wels befinden.

Häupl ist ein Traditionsunternehmen, dessen Wurzeln ins Jahr 1860 zurückgehen. Der Holzkonzern ist international tätig und einer der größten im Lande mit früher einer Million Kubikmeter Schnittholz im Jahr. Der Preis brach um mehr als ein Drittel ein. Die Nachfrage wegen der Krise ebenso.

Die Insolvenz ist laut Otto Zotter, Leiter der Niederlassung Linz des KSV, die siebtgrößte in Oberösterreich überhaupt nach der Pleite der Biodieselanlage Enns mit Passiva von 76 Millionen Euro.

Die größte Insolvenz bisher war die der Firmengruppe Steiner in Ebensee mit Schulden von 342 Millionen Euro.

(haas)

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