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Wirtschaftsraum OÖ

Fast 1600 Lego-Anlagen aus Schwertberg

12. April 2014 00:04 Uhr

Peter Neumann
Peter Neumann mit einer Mini-Spritzgießmaschine aus Legosteinen

SCHWERTBERG. Engel ist einer der beiden Hauptlieferanten.

Und was haben die kleinen bunten Steine mit Oberösterreich zu tun? Ein Großteil der Anlagen, auf denen die Kunststoffquader gespritzt werden, stammt aus Schwertberg. Etwa 1580 Spritzgieß-Maschinen hat der Kunststoffanlagenbauer Engel an die Lego-Gruppe in mehr als vier Jahrzehnten geliefert. Die Übergabe der 1500. Maschine wurde im Dezember 2012 gefeiert. Engel ist einer von zwei Hauptlieferanten des dänischen Erfolgskonzerns.

Ob Lego mit Engel oder Engel mit Lego groß geworden sei, wollte der langjährige Engel-Geschäftsführer Peter Neumann nicht beantworten. "Fakt ist, beide sind wir Familienunternehmen und beide sind wir zig-fach größer als vor 40 Jahren." Engel gilt als Weltmarktführer für Spritzgießmaschinen und betreibt heute acht Produktionswerke. Dazu kommen 85 Niederlassungen und Vertriebsstandorte. Die Spritzgießanlagen sind in verschiedensten Branchen im Einsatz. Auf den Maschinen spritzen die Kunden des oberösterreichischen Leitbetriebes Kunststoffteile für Motoren, Teile für die Smartphones, Kappen für Flaschen und Behälter, Pipetten und vieles mehr.

Lego sei stückzahlenmäßig einer der größten Kunden, berichtet Neumann. In den drei Werken in Dänemark, Ungarn und Mexiko – allesamt mit Anlagen aus Schwertberg ausgestattet – wurden 2013 55 Milliarden Spiel-Elemente produziert.

2015 kommt eine vierte Fabrik dazu. Die entsteht in China. In dieses Projekt ist Engel längst eingebunden, berichtet Neumann: Der Spielzeug-Bauer sieht im Reich der Mitte einen Riesenmarkt. Engel wird aus seinem chinesischen Werk liefern.

An die Maschinen besteht die gleiche Anforderung wie vor 40 Jahren: Die Steine, die am Ende herauspurzeln, müssen exakt ineinander klicken. Egal – aus welcher Maschine oder Produktionscharge sie kommen. "Das Produkt schaut so simpel aus. Dahinter steckt aber höchster Anspruch an Präzision, Qualität und Verfügbarkeit der Anlagen", erklärt der Engel-Chef. Besonders anspruchsvoll werde es bei den Lego-Figuren, die aus verschiedenen Materialien und Komponenten bestehen.

Maschinen 15 Jahre im Einsatz

Das was sich laut Neumann verändert hat, ist die Effizienz der Spritzgießanlagen. So brauchen Maschinen der jüngsten Generation nicht einmal mehr die Hälfte der Energie gegenüber der ersten Anlagen. Auch sind sie einfacher zu bedienen. Seit 30 Jahren dränge Lego auf Energieeffizienz: "Da waren sie visionär und haben uns angetrieben. Lego war da beispielhaft."

Etwa die Hälfte der Anlagen, die Engel an Lego geliefert hat, sind noch im Einsatz. "Die haben eine Lebensdauer von 15 Jahren und mehr", berichtet Neumann. Die Steine selbst halten noch länger – sie gelten als nahezu unverwüstlich.

1952 brachte Firmengründer Ludwig Engel die erste Spritzgießmaschine auf den Markt. 2013 wurde mit diesen Anlagen ein Umsatz von 940 Millionen Euro erzielt. 4400 Mitarbeiter sind weltweit beschäftigt, davon 1550 am Stammsitz in Schwertberg im Mühlviertel. (sib)

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