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Wirtschaftsraum OÖ

Eine Länder-Plattform soll den Flughafen Linz retten

Von stef/haas   17. Oktober 2012 00:04 Uhr

Eine Länder-Plattform soll den Flughafen Linz retten
Blue Danube Airport Linz: Bald nicht mehr alleine auf weiter Flur?

LINZ. Gipfel: Stadt und Land fordern Neuausrichtung und Stärkung gegenüber Monopolist Lufthansa und Tochter AUA.

„Da wird ein Flughafen kaputt gemacht“, sagte gestern Landeshauptmann Josef Pühringer nach dem Flughafengipfel. Die Elefantenrunde war einberufen worden, nachdem Tourismus und Wirtschaft wegen der Streichung etlicher Linienflüge ab Linz Feuer geschrien hatten.

Die Hauptschuld an der Misere am Flughafen Linz liege vor allem an den Flugkonzernen, hieß es gestern. Die, allen voran Lufthansa mit Tochter AUA, würden Linz benachteiligen und mit teuren Flügen ab Linz Passagiere nach Wien und München umlenken, sind sich Pühringer und Bürgermeister Franz Dobusch einig. Die Stadt Linz ist mit dem Land Oberösterreich zu gleichen Teilen Eigentümer des Flughafens. Um die Position von Linz zu stärken, soll es eine Plattform der Bundesländer-Flughäfen geben. Davon verspricht man sich eine stärkere Verhandlungsposition. „Gewisse Tarife sind unbeschreiblich hoch“, sagte Dobusch. Ab Linz sei etwa ein Flug nach Bukarest um 544 Euro teurer als ab Wien.

Personelle Konsequenzen gibt es, wie bereits von den OÖNachrichten berichtet, nicht. Flughafen-Direktor Gerhard Kunesch wurde beauftragt, diese Plattform zu bilden. „Ich bin ohnedies Präsident der Arge österreichischer Verkehrsflughäfen“, so Kunesch gestern.

Bis am 1. März 2013 der Gipfel erneut zusammentritt, soll eine Expertenrunde aus Wirtschaft und Tourismus ein Zukunftskonzept für den „Blue Danube Airport“ erarbeiten und eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellen. Von internen Schuldzuweisungen will Pühringer nichts wissen: „Wir müssen unsere Stärken stärken.“

Die Streichung des Berlin-Fluges, der Frankfurt-Flüge zu Weihnachten und etlicher Charter hinterlassen wegen fehlender Start- und Landegebühren ein Loch in der Bilanz, was auch weniger Dividende für Stadt und Land bedeutet. Nach 3,7 Millionen Euro Gewinn (EGT) 2011 werde es heuer „auch wegen Investitionen“, deutlich weniger sein.

Die 160 Flughafenmitarbeiter brauchen sich aber um ihre Arbeitsplätze nicht zu fürchten. „Wir machen die Strategie nicht, um Leute nach Hause zu schicken“, sagt Pühringer.

 

Der Flughafen Linz in Zahlen

1 Passagiere: Die Zahlen ab Linz schauen per Ende September nicht schlecht aus: Linie plus 1,5 Prozent. Der Berlin-Flug wird erst Ende Oktober ganz eingestellt.

2 Charter: Minus sechs Prozent: Die Airlines, allen voran flyniki und Air-Berlin, sparen und haben Urlaubsflüge von Linz nach Wien verlegt, um ihre Maschinen besser zu füllen.

3 Dividende: Zwischen knapp vier und fünf Millionen betrug der Gewinn bisher. Grund genug für die Eigentümer Land und Stadt, still zu halten. Nun riss auch Bürgermeister Franz Dobusch der Geduldsfaden.

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