Der 14. Stock im Power Tower wird überflüssig

Von Dietmar Mascher   24.August 2013

Der 14. Stock im Power Tower wird überflüssig
Ende September soll der Verkauf der AVE CEE endgültig abgeschlossen sein.

Ende September sollte der Verkauf der AVE-Osteuropa-Tochter abgewickelt sein. Dann kann die Energie AG das Geschäft noch in der aktuellen Bilanz verbuchen. Mehr als 4000 Mitarbeiter in Tschechien, der Slowakei, Rumänien und der Ukraine arbeiten dann für den neuen tschechischen Eigentümer EP Industries.

Einige Mitarbeiter, zumal die Spitzenkräfte der AVE Umwelt, werden allerdings von den neuen Eigentümern nicht übernommen. Davon ist auch die Geschäftsführung betroffen. Helmut Burger und Finanzchef Andreas Neiß werden vom neuen Eigentümer nicht weiter beschäftigt. Mit dem so genannten Closing, also dem endgültigen Abschluss des Verkaufs, endet auch deren Dienstverhältnis mit der AVE. Auch die von Österreich entsandten Geschäftsführer in den Osteuropa-Niederlassungen dürften nicht weiter beschäftigt werden. Der 14. Stock in der Energie-AG-Zentral Power Tower in Linz werde damit überflüssig, sagt ein Mitarbeiter.

Ob Burger und Neiß sowie andere Manager in die Energie AG zurückkehren, ist eher unwahrscheinlich. Energie-AG-Sprecher Michael Frostel sagt, dazu gebe der Konzern keinen Kommentar ab. Die Dinge seien noch offen.

Spardruck in der Energie AG

Intern ist aber zu hören, dass die AVE-Chefs nur noch schwer in die Schemata der Energie AG passen würden. Dort wird der Spardruck angesichts der Probleme in der Energiewirtschaft größer. Manager mit überdurchschnittlichen Gehältern und Dienstautos wären nur schwer zu integrieren, vor allem wenn sie keine deutlichen Abstriche machen wollten.

Ein Abgang Burgers wäre insofern bemerkenswert, als dieser stets als verlängerter Arm von Energie-AG-Generaldirektor Leo Windtner galt. Der in CV- und ÖVP-Kreisen gut vernetzte Burger war zunächst Vorstands-Assistent und dann Leiter der Strategischen Planung in der Vorstandsetage, ehe ihn Windtner mit der Geschäftsführung der Abfalltochter betraute.

Warten auf Kartellentscheide

Ob die Energie AG ihre Abfalltochter in Osteuropa tatsächlich mit Ende September endgültig verkauft, liegt nicht mehr in ihrer Hand. „Wir haben alle Vorarbeiten erledigt. Jetzt hängt es davon ab, wie die Kartellgerichte in den betroffenen Staaten reagieren“, sagt Frostel. Im Verbund der Energie AG bleibt, wie berichtet, die AVE Österreich mit rund 900 Mitarbeitern. Diese wurde nicht verkauft, sondern wird nicht zuletzt auf politisches Geheiß von der Energie AG selbst saniert. „Wir sind hier auf einem guten Weg und befinden uns derzeit in der Analyse-Phase“, sagt Frostel.

Die AVE Österreich wird von den drei Geschäftsführern Thomas Gasser, Robert Gruber und Roland Richter geführt. Der starke Mann ist aber Aufsichtsratschef Herbert Kaufmann, der im Auftrag des Vorstands die Abfallfirma gemeinsam mit den Geschäftsführern sanieren soll. Die drei Vorstandsmitglieder Windtner, Werner Steinecker und Andreas Kolar sitzen ebenfalls im Aufsichtsrat der AVE Österreich.

 

5200 Mitarbeiter hat die AVE-Energie-AG-Gruppe derzeit. Nach dem Verkauf der Osteuropa-Gesellschaften an die tschechische EP Industries bleiben in der AVE Österreich nur noch 900 Beschäftigte übrig. Damit verliert die Energie AG im Konzern mehr als die Hälfte ihrer Beschäftigten. Der endgültige Verkauf soll Ende September abgeschlossen sein und in der Bilanz 2012/13 abgebildet werden.

20 Millionen Euro beträgt laut Generaldirektor Leo Windtner der negative Saldo des Landesunternehmens im Bereich AVE. Andere sagen, das Engagement bei der AVE habe die Energie AG zwischen 70 und 80 Millionen Euro gekostet (Verluste, Abwertungsbedarf usw.).