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Wettbewerbsfähigkeit: Österreich sackt weiter ab, Pierer: "27 Zwerge" von Europa

Von nachrichten.at/apa/az, 18. Juni 2024, 11:31 Uhr
Hohe Kosten: IV warnt vor Produktionsstopps
Im Vorjahr hatte es noch Rang 24 gegeben, 2020 war Österreich auf Platz 16 gelandet. Bild: (OÖN)

WIEN. Beim IMD-Ranking zwei Ränge eingebüßt – Industriellenvereinigung sieht „Europas Prosperität am seidenen Faden“

Im Vorjahr hatte es noch Rang 24 gegeben, 2020 war Österreich auf Platz 16 gelandet. Schwacher Trost für Österreich, dass auch Deutschland zwei Plätze verlor und mit Rang 24, weiter nur knapp vor Österreich liegt. Unter den 20 zentralen Kriterien schneidet Österreich vor allem bei Gesundheit und Umwelt, aber auch im internationalen Handel, Produktivität, gesellschaftliche Stabilität, Wissenschaftsrahmen und Bildung gut ab. Ausreißer ins Negative sind vor allem die Steuerpolitik sowie "Haltungen und Werte". Partnerorganisation der IMD in Österreich ist die Industriellenvereinigung.

Spitzenreiter Singapur

Die Top-Nationen in der EU sind in diesem Vergleich Dänemark, Irland und die Niederlande auf den Plätzen drei, vier und sechs, in Europa ist nur die Schweiz auf Rang zwei besser. Spitzenreiter ist heuer Singapur, im Vorjahr noch vierter. Schlusslichter in Europa sind Ungarn, Bulgarien und die Slowakei, die nur auf Rang 59 kommt.

Europa hat in den jüngsten fünf Jahren bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Weltregionen verloren, zeigt das am Montag veröffentlichte "IMD World Competitiveness Ranking 2024". Europa hält sich aber als Region hinter Ostasien auf Rang zwei. Deutlich verschlechtert haben sich demnach sowohl Nordamerika (derzeit Rang vier hinter Südasien) als auch Südamerika (abgeschlagen letzter Platz).

Europa hat seit der Jahrtausendwende kaum mehr einen Zuwachs der Produktivität pro Beschäftigtem geschafft und schneidet diesbezüglich wesentlich schlechter ab als China, der Nahe Osten oder auch Afrika. Aber diese Regionen hätten es weniger gut geschafft, solche wirtschaftlichen Gewinne auch in höhere Löhne, bessere Infrastruktur und Gesundheitsversorgung umzumünzen.

Drei zentrale Herausforderungen

Die Experten der IMD sehen drei zentrale Herausforderungen auf die wohlhabenden Staaten zukommen. Das sind die Konkurrenz durch aufstrebende Schwellenländer, der Umgang mit der digitalen Revolution und der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft mit geringem CO2-Fußabdruck. Erfolgreich werden jene Länder sein, die sich an diese drei Herausforderungen anpassen und zugleich für ihre Bevölkerung Wohlstand generieren, heißt es im IMD-Bericht.

Wie wichtig der Einsatz von KI wird, scheint auch auf Unternehmensebene angekommen zu sein. Laut einer im IMD-Bericht veröffentlichten Umfrage unter Managern aus den 67 Ländern nennen rund 55 Prozent den Umbruch durch KI als größtes Risiko für ihre Unternehmen, dicht gefolgt von einer globalen wirtschaftlichen Stagnation und geopolitischen Konflikten. Die globale Erwärmung kam unter 10 abgefragten Risiken nur auf den letzten Platz, sie ist nur für rund 12 Prozent relevant.

IV sieht Gründe in schwachen Investitionen

Die IV sieht als Gründe für die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Österreichs schwache Investitionen, ein generell schwaches Wirtschaftswachstum, fehlende strukturelle Reformen und zu wenig qualifizierte Zuwanderung. Österreich habe "zahlreiche Leistungen anzubieten, wie eine gut ausgebaute Forschungsförderung, ausgebildete Fachkräfte und auch eine hohe Lebensqualität", schreibt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Sorge bereite aber "die Preis-Komponente", also beispielsweise Kosten für Energie und Arbeit sowie massiv zunehmende bürokratische Belastungen.

Das gleiche Problem sieht FPÖ-Wirtschaftssprecher Axel Kassegger. "Österreichs Wirtschaft wird auch durch eine überbordende Bürokratie, Melde- und Berichtspflichten und Überregulierungen massiv belastet. Vieles davon ist auf nationaler Ebene verschuldet, aber auch durch sogenanntes Golden-Plating, durch die Übererfüllung von EU-Richtlinien", kritisiert er in einer Aussendung. Er forderte "auf europäischer Ebene einen ganz grundsätzlichen Kurswechsel" um die "die Wirtschaft belastenden Überregulierungen zu beenden, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft nicht noch weiter einzuschränken".

Die NEOS nahmen den Bericht zum Anlass, einmal mehr eine Senkung der Steuer- und Abgabenquote auf 40 Prozent zu fordern. Dadurch würden jedem Österreicher und jeder Österreicherin pro Jahr durchschnittlich 2.130 Euro mehr in der Tasche bleiben, rechnen die NEOS vor. Auch WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf forderte in einer Aussendung "ein Bündel an Maßnahmen" für den Standort Österreich ein, vor allem "Entlastung". "Unsere Betriebe stöhnen unter, im internationalen Vergleich zu hohen, Steuern und Abgaben. Wir brauchen dringend etwa eine Senkung der Lohnnebenkosten. Entlastet gehört auch von zu viel Bürokratie", so der langjährige ÖVP-Abgeordnet

Oberösterreichs Industrie warnt

Oberösterreichs Industriellenvereinigung hielt am Dienstag ihre Vollversammlung in Linz ab. Dabei wurde eine Umfrage unter mehr als 100 Vorstandschefs und Eigentümern durchgeführt. Null Prozent stufen Europa wettbewerbsfähiger als die USA und China ein, acht Prozent gleich, 92 Prozent weniger wettbewerbsfähig. Als größte Belastung werden mit 92 Prozent die Personalkosten gesehen.

IV-OÖ-Präsident Stefan Pierer sagte danach, die EU gefährde mit der Kleinstaaterei von „27 Zwergen“ die Stärke des Binnenmarkts. Gerade in den Schlüsselbranchen Österreichs und Europas, Fahrzeug- und Maschinenbau, „kommt aus China enorme Konkurrenz auf uns zu, die bei Qualität und Produktivität aufgeschlossen hat, bei deutlich niedrigeren Kosten und wesentlich höheren Jahresarbeitszeiten“.

Markus Beyrer, Generaldirektor von Business Europe, sieht Europa bei Wirtschaftswachstum und Investitionen weiter hinter China und USA zurückfallen. „Es gilt am Beginn des nächsten politischen Zyklus rasch ins Handeln zu kommen.“ Während Pierer gegen die Wiederbestellung von Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin ist („hat uns gegen die Wand gefahren“), sprach Beyrer von guter Zusammenarbeit mit ihr – was es brauche, sei ein starker Vizepräsident für Wirtschaftsthemen.

IV-Chefökonom Christian Helmenstein sieht „Europas Prosperität am seidenen Faden“, forderte eine Reduktion der „Überbürokratisierung“ in Europa und wies darauf hin, dass in Österreich in zwölf Jahren 540.000 Personen mehr in Pension gehen würden als nachkommen. IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch betonte, dass Österreich im IMD-Ranking 2010 noch als 14. nur einen Platz hinter Dänemark gewesen sei.

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20  Kommentare
20  Kommentare
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Gehts_noch (178 Kommentare)
am 19.06.2024 12:04

Resultat der Kompetenz der selbsternannten Wirtschaftspartei. Seit 2000 ununterbrochenen ÖVP Finanzminister und seit 1996 ununterbrochenen ÖVP Wirtschaftsminister. Das halbe Jahr Bierlein Verwaltungskabinett ausgenommen.

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Sonnentag (251 Kommentare)
am 19.06.2024 11:34

Österreich wie es wirklich ist!
Sämtliche Förderungen ausnutzen, gleichzeitig jammern und nach neuem Geld schreien.
Die Firmen haben keine Reserven da so weit wie möglich alles Steuern schonend abgezweigt wurde!
Geld für den Einstieg in andere Firmen (Rosenbauer) ist immer da.

Alle anderen sind schuld und müssen zurückstecken.
Herr Pierer gehen sie nach China, Indien oder sonst wo hin, man wird ihnen gerne Mio nachwerfen um eine Verkaufshalle zu finanzieren.

Gehen Sie mit Sack und Pack!

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Papillon_2 (508 Kommentare)
am 19.06.2024 08:25

Österreich (und Deutschland) sind im IMD weiter zurückgefallen!

Dass aber auch kleine Länder in Europa beim IMD sehr erfolgreich sein können, beweisen die kleinen Länder Schweiz, Dänemark und Irland auf den Plätzen 2, 3 und 4!

In Österreich ist also nicht die Kleinheit des Landes das Problem, sondern die sehr schlechte Wirtschaftspolitik der ÖVP-GRÜNEN Regierung!

China hat sich in nur einem Jahr um 7 Plätze verbessert und liegt nun deutlich vor Österreich.
China ist getrieben von einer beispiellosen Strategie zur Technologie-Führerschaft (TFS). In China geht TFS über Alles. In Ö Wirtschaftsstrategie kommt das Wort Technologie-Führerschaft nicht einmal vor. DAS ist der Unterschied.

Laut der hochinteressanten, australischen ASPI-Studie aus 2023 fällt die EU, insbesondere Deutschland bei den 44 untersuchten Zukunftstechnologien seit ca. 2015 gegenüber USA und China dramatisch zurück.

Der Schlüssel zur globalen Wettbewerbsfähigkeit ist also eindeutig Technologie-Führerschaft!

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cenodoxophylax (461 Kommentare)
am 18.06.2024 20:34

Warum glaubt Herr Pierer, seine Absonderungen wären relevant?

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Fa_wimmer (648 Kommentare)
am 18.06.2024 17:54

aber nur ein kleiner Grund dafür die die Lohnkosten.
eher die Gesetze, beamte und natürlich die Anfütterungserpressungen!!!

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Fa_wimmer (648 Kommentare)
am 18.06.2024 18:00

aber man kann das wieder weg machen indem das die Arbeiter wieder 60 stunden in der Woche Arbeiten um den halben Lohn weil mehr brauchen sie nicht mehr da sie e keine zeit mehr haben zum Geldausgeben !!!

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soistes (796 Kommentare)
am 18.06.2024 15:29

Wundert mich nicht.

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zlachers (8.331 Kommentare)
am 18.06.2024 13:38

Ja, die Haltung von 30%: nur wir Österreicher sind wertvolle Geschöpfe die es verdienen in Sicherheit, Wohlstand und in Österreich zu leben. Deshalb wählen wir die rechten.

Schaut jetzt in der Welt aber so aus als ob in ganz Österreich alle anderen auch, diese falsche rassistische Haltung hätten.

Die Welt sieht jetzt nur noch das!

Und Werte das kommt ja auch davon, die Welt denkt jetzt, ganz Österreich bezieht seine Werte aus‘n Nazikessel und hat alle guten Werte schon längst übern Boot geworfen.

Das hat man davon wenn man sich nur für die schlechten rechten Werte entscheidet, und wenn man Menschenfeinden glaubt.

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Muenchner1972 (843 Kommentare)
am 18.06.2024 11:48

Wer auf Qualität und Leistung bei hochwertigen Produkten setzt, kommt an Österreich nicht vorbei!

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Kopfnuss (10.039 Kommentare)
am 18.06.2024 12:24

So ein arroganter und weltfremder Blödsinn.

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Augustin65 (1.330 Kommentare)
am 18.06.2024 11:43

....ist nicht weiter tragisch, Hauptsache die Renaturierung wurde beschlossen....

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meisteral (12.232 Kommentare)
am 18.06.2024 11:55

Sie sind auch einer, der meint dadurch zukünftig hungern zu müssen?

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oTTo001 (1.143 Kommentare)
am 18.06.2024 12:09

ah ja. Habens wieder mal einen Artikel nicht verstanden, oder?
Einer der Punkte, die uns nach HINTEN gebracht haben, ist genau:
"der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft mit geringem CO2-Fußabdruck"

Und jetzt ratens bitte, worauf genau dieses Renaturierungs-Gesetz abzielt?

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Kopfnuss (10.039 Kommentare)
am 18.06.2024 12:25

Renaturierung bedeutet zurück bauen in einen früheren Status, hat aber absolut nichts mit Kreislaufwirtschaft zu tun.

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tulipa (3.389 Kommentare)
am 18.06.2024 11:40

Bestellt von der IV, um weiter Druck auf die Arbeitnehmer ausüben zu können…

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meisteral (12.232 Kommentare)
am 18.06.2024 11:56

Nicht einmal AK oder ÖGB werden das schön reden können.
Fakten bleiben.

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diwe (2.453 Kommentare)
am 18.06.2024 12:00

Was bitte hat die Lausanner Wirtschaftshochschule mit der österreichischen Industriellenvertretung am Hut??

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tradiwaberl (15.768 Kommentare)
am 18.06.2024 12:05

steht im Text

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Kopfnuss (10.039 Kommentare)
am 18.06.2024 12:26

Weltverschwörungstheorie aus der Sozi-Ecke?
Lasses Sie uns bitte im Detail teilhaben.

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betterthantherest (35.240 Kommentare)
am 18.06.2024 11:39

5 Jahre Regierung
ÖVP
GRÜNE

zeigen Wirkung!

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