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Wirtschaft

Weltwirtschaft: Unternehmer sind optimistischer als die Prognosen

04. Januar 2021 00:04 Uhr

Weltwirtschaft: Unternehmer sind optimistischer als die Prognosen
Die Unternehmen warnen vor Protektionismus im Welthandel.

LINZ. Rückgewinnung von 590 Millionen Arbeitsplätzen wird heuer "größte Herausforderung".

"Die Praktiker hatten immer recht, und das ist heuer ein gutes Zeichen", sagt Christoph Leitl. Die Global Chamber Platform, der Leitl vorsteht, hat die Wirtschaftsvertretungen weltweit befragt und kommt in ihrer Prognose für das Jahr 2021 zu einer optimistischen Einschätzung. Während die Wirtschaftsforscher der Weltbank für das heurige Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent erwarten, gehen die Unternehmen von höheren Raten aus, vor allem in der Golfregion und in Indien, aber auch in der EU liegen die Erwartungen der Betriebe zum Teil deutlich über den Prognosen.

Allerdings gibt auch mehr als die Hälfte der Befragten an, dass die Verluste aus dem Covid-Jahr 2020 heuer noch nicht aufgeholt werden können. Immerhin ein knappes Viertel glaubt das sehr wohl und geht davon aus, stärker aus diesem Jahr hervorzugehen.

Die größte Herausforderung für die Weltwirtschaft sei, wieder möglichst viele jener 590 Millionen Arbeitslosen, die 2020 ihren Job verloren haben, aus der Arbeitslosigkeit zu holen. "Unsere Botschaft an die Politik, vor allem die G20 mit Italien an der Spitze, ist klar. Wenn wir eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft und eine Steigerung der Nachfrage haben wollen, müssen wir uns auf drei Dinge konzentrieren: Jobs, Jobs, Jobs", sagt Leitl.

"Masterplan für die Umwelt"

Dies müsse über massive Aus- und Weiterbildung einerseits und ergänzende Maßnahmen für die Unternehmen andererseits erreicht werden. Die Wirtschaftsvertretungen sehen den Zugang zu Finanzierung und die Digitalisierung als die beiden großen Herausforderungen im kommenden Jahr. Eine große Wachstumschance liege in der grünen Technologie. Die simple Festlegung der Reduktion des Kohlendioxidausstoßes um 55 Prozent bis 2030 hält Leitl aber für eine Sprechblase. "Viel besser wäre ein Masterplan mit 30 definierten Schritten sowie Zeitplänen und Sanktionen. So kann man das Ziel auch erreichen."

Die Unternehmensvertretungen weltweit warnen aber auch vor weiterem Protektionismus und Handelshemmnissen, mit denen der globale Handel behindert wird. Bedenken gegen Handelsverträge sollte man mit Fakten und Zahlen begegnen, sagt Leitl und nennt als Beispiel CETA, das lang diskutierte und heftig bekämpfte Freihandelsabkommen der EU mit Kanada. Die bisherige Bilanz seit Inkrafttreten: Die österreichischen Exporte nach Kanada seien um 25 Prozent gestiegen, die Ausfuhren der EU um 17 Prozent.

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