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Wirtschaft

voest-Betriebsrat kassierte zu viel
Gewerkschaft fordert Geld zurück

Von Von Sigrid Brandstätter   06. März 2010 00:04 Uhr

Hl. Barbara ist Schutzheilige für Bergleute.

Die Überprüfung des Betriebsratsfonds der Arbeiter in der voestalpine Stahl bringt immer neue fragwürdige Details ans Licht. So hat der Betriebsrat von der Metallgewerkschaft ungerechtfertigt Beiträge zu Pensionsgeschenken kassiert. In Summe geht es um 24.725 Euro. Zurückbezahlt werden muss freilich nur die Hälfte.

Die Hl. Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute und gilt als Symbol für besondere Standhaftigkeit. Konsequent war auch der voest-Betriebsrat: Er hat über 15 Jahre die zuständige Gewerkschaft für Abschiedsgeschenke mitzahlen lassen. 25 Euro für jedes der 989 Geschenke anlässlich der Pensionierung eines Arbeiters. Dies obwohl diese Erinnerung – eben eine Statue der Hl. Barbara – ohnehin zur Gänze von der Firma bezahlt wurde.

Aufgeflogen ist dies erst im Zuge der jüngsten Prüfung durch die Arbeiterkammer. Wie berichtet, wollte der geschasste Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates, Johann Linsmaier, die finanziellen Auffälligkeiten nicht länger mittragen. Er dürfte die Prüfer auf mehrere Punkte hingewiesen haben.

Damit patzt er primär seinen Vorgänger, Hans-Karl Schaller, den jetzigen Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats an. Dieser war von 1999 bis 2005 zuständiger Ortsgruppenvorsitzender der Gewerkschaft. Dann wechselte er quasi die Seite und war bis 2008 Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrat in der größten voest-Gesellschaft. Damit war er erst Zahler, später Kassier dieses Geldes. Linsmaier folgte ihm als Arbeiterbetriebsrat, im Dezember wurde von seinen Kollegen aus dem Amt gejagt.

Die Metallgewerkschaft hat die sofortige Rückgabe des Geldes gefordert. Das dürfte aber nicht so einfach sein, darum wurde folgende Vorgangsweise gewählt: 12.000 Euro werden sofort zurückbezahlt. Für den Rest will sich die Gewerkschaft rückwirkend an Kosten von Betriebsratsaktionen beteiligen. Dazu müssen jetzt die Belege gesucht werden.

Metallgewerkschafter Walter Schopf sagt, es gab keinen Betrug, weil kein Geld verschwunden sei.

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