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Wirtschaft

Urlaubsbuchungen ab Pfingsten angesprungen

Von nachrichten.at/apa   30. April 2021 08:10 Uhr

Tourismusflaute: Die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung ließen vor allem konsumrelevante Bereiche einbrechen.

WIEN/LINZ. Die Sehnsucht nach Urlaub schlägt sich seit einigen Tagen in Buchungen ab Pfingsten nieder. In Oberösterreichs Tourismusregionen herrscht unter den Gastronomen und Hoteliers vorsichtige Freude, was das Aufsperren am 19. Mai angeht.

Noch seien für die Beherbergungsbetriebe viele Fragen bezüglich der administrativen Abwicklung offen, meinte die Geschäftsführerin vom Tourismusverband Attersee-Attergau, Angelina Eggl. Unsicherheit bestimme auch das Buchungsverhalten. Entsprechend verhalten sei die Nachfrage für Mai und Juni in der Region Traunsee-Almtal.

Seit Verkündung der Lockerungen melden sich schrittweise mehr Buchungswillige, bemerken beide oberösterreichischen Urlaubsdestinationen. Aber es sei "nicht das Level, das wir normalerweise haben", so Christina Reiter vom Tourismusverband Traunsee-Almtal. Für Pfingsten gebe es bisher nur wenige Anfragen, die meisten würden sich eher auf den Sommer beziehen - und sie kommen bisher nur aus dem Inland. Gefragt seien vor allem Ferienwohnungen. Die Hoteliers und Quartiergeber seien allerdings bereit "und freuen sich schon sehr".

Eggl geht davon aus, dass für Pfingsten eher kurzfristig vor allem Österreicher buchen. Zwar werde nicht dran gezweifelt, dass es am 19. Mai wirklich wieder losgehen werde, aber das Wie führe noch zu Verunsicherungen. Gäste etwa möchten wissen, unter welchen Voraussetzungen sie anreisen dürfen und ob sie im Hotel oder Urlaubsort nach ein paar Tagen zum Test müssen. Nachdem Österreich in Deutschland noch auf der Roten Liste stehe, seien die Anfragen von dort bisher noch nicht so rege, meinte Eggl.

Attersee-Region für Sommer zuversichtlich

Allerdings kontaktieren die Beherbergungsbetriebe bereits Gäste, um bereits gebuchte, bisher aufgeschobene Aufenthalte terminlich zu konkretisieren. Auch Stammgäste würden aktiv angesprochen, beschreibt Christian Hoflehner von Oberösterreich Tourismus die aktuelle Lage. Derzeit warten Gastronomie und Hotellerie aber vor allem noch auf die genauen Vorgaben von Bund und Land. Nachdem Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) in einer Pressekonferenz Anfang der Woche angekündigt hatte, dass man vor allem auf die Selbsttests setze, um spontane Lokalbesuche zu ermöglichen, fehlen den Wirten die konkreten Ausführungen. Eggl geht davon aus, dass die Tourismusbetriebe in den kommenden Tagen alle Informationen erhalten werden, was genau in deren Aufgabenbereich falle. Für den Sommer gibt sie sich jedenfalls für die Region rund um den Attersee zuversichtlich. Die Nachfrage nach der Sommerfrische sei immer da.

WK spricht von "Buchungsschub für Pfingsten"

Kaum hatte die Regierung ein Datum für das Ende des monatelangen Lockdowns bekanntgegeben, liefen die Telefone in vielen österreichischen Hotels heiß. "Das hat jetzt ganz schnell einen richtigen Buchungsschub für Pfingsten ausgelöst", berichtete die Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler. "Alle sind extrem erfreut, dass die Buchungen so schnell losgehen - die Gäste sind sehr aufmerksam gewesen und anscheinend schon in den Startlöchern gestanden." Die meisten Beherbergungsbetriebe wollen der Branchensprecherin zufolge möglichst bald loslegen und ab dem 19. Mai, dem Mittwoch vor dem Pfingstwochenende, zügig aufsperren. Diejenigen, die zu Pfingsten offen haben, sind grosso modo bereits "sehr gut gebucht, aber noch nicht ausgebucht".

Mit der Ankündigung der Öffnung sei zum ersten Mal seit einem halben Jahr bundesweit Dynamik in die Buchungen - "mal mehr, mal weniger, teilweise von null weg, teilweise von einem schon höheren Niveau", hieß es auch seitens der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Thermenhotels, das Burgenland und die Steiermark seien schon gut gebucht und könnten an das Vorjahr anschließen. Je näher der Zeitpunkt, umso voller: "Wer hier noch buchen will, sollte sich nicht zu viel Zeit lassen und zeitlich und regional flexibel sein", sagte ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Wer bei der persönlichen Urlaubsplanung auch die zweite Sommerhälfte in Betracht ziehen könne, sei auf der sicheren Seite: "Da steht noch sehr viel zur Auswahl."

Städte-Tourismus "fällt ziemlich ins Wasser"

Die Buchungen bei Stadt- und Businesshotels hingegen lahmen noch. "Die klassische 'kleine Hochsaison' zu Pfingsten fällt ziemlich ins Wasser, da haben wir ja traditionell viele Gäste etwa vom italienischen Markt verzeichnet, das fällt praktisch komplett weg", erklärte der Sprecher der gehobenen Hotellerie. Hier gebe es also noch "viel Auswahl zu guten Konditionen". Das gelte für fast jede Stadt in Österreich.

Auch in der Coronakrise bleiben viele Gäste dem Trend treu, sich kurzfristig zu entscheiden. "Es wird sicher noch ein zusätzlicher Peak bei den Buchungen kommen", erwartet Kraus-Winkler. In einigen beliebten Wellnesshotels seien schon jetzt keine Zimmer mehr zu bekommen. Sehr gut gebucht sind auch bereits die Hotels in den Seenregionen, etwa in Kärnten.

Die lebhaften Buchungen, die sofort mit Bekanntgabe des Öffnungsdatums durch die Regierung einsetzten, betreffen der Branchensprecherin zufolge nicht nur Pfingsten, sondern "jetzt einmal die nächsten drei bis vier Monate, das heißt den Frühsommer und den Sommer".

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