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Wirtschaft

Uber legt den Rückwärtsgang ein

25. Mai 2020 00:04 Uhr

Uber legt den Rückwärtsgang ein
Uber-Chef Dara Khosrowshahi

SAN FRANCISCO. Dem Sparkurs des US-Fahrdienstvermittlers fällt ein Viertel der Mitarbeiter zum Opfer. Der Konzernchef sucht den Ausweg abseits des Kerngeschäfts.

Mit großen Ambitionen trat Dara Khosrowshahi 2017 sein Amt an. Der aus Teheran stammende Manager wollte aus dem US-Fahrdienstvermittler Uber ein "Amazon der Mobilität" machen. Das Unternehmen sollte in einer Reihe mit Google und anderen Technologiekonzernen genannt werden, so Khosrowshahis Vision.

Doch daraus wird vorerst nichts, denn Uber legt den Rückwärtsgang ein. Der Konzernchef kündigte Anfang der Vorwoche in einem E-Mail an die Mitarbeiter an, weitere 3000 Mitarbeiter zu entlassen, wie das Wall Street Journal berichtet. Zwei Wochen zuvor hatte Uber bereits verlautet, 3700 Jobs zu streichen. Zusammengerechnet ist das ein Viertel der gesamten Belegschaft von 27.000 Beschäftigten.

Grund für Ubers Sparkurs ist der Einbruch des Geschäfts in der Corona-Krise. Im April führte das Unternehmen 80 Prozent weniger Fahrten durch. Weil das Kerngeschäft drei Viertel der Einnahmen beisteuert, muss das Unternehmen nun sparen. Heuer sollen es um eine Milliarde Euro Fixkosten weniger sein. Das Ziel, erstmals seit der Unternehmensgründung vor elf Jahren in den schwarzen Zahlen zu sein, hat Uber bereits auf 2021 verschoben. Trotz des Börsegangs im Vorjahr schrieb das Unternehmen im ersten Quartal einen Verlust in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar.

Hoffnungen legt Konzernchef Khosrowshahi nun in Bereiche abseits des Kerngeschäfts. Ein Lichtblick ist Uber Eats. Der Essenslieferdienst gewann in der Krise an Zuspruch und machte im ersten Quartal 819 Millionen Dollar Umsatz. Und alles deutet darauf hin, dass der Uber-Chef die Sparte ausbauen will. Uber befindet sich in Fusionsgesprächen mit dem US-Rivalen Grubhub. Zusammen kämen beide auf einen Marktanteil von rund 55 Prozent. Die Übernahme soll per Aktientausch erfolgen, um Liquidität zu sparen.

Ein Selfie mit Gesichtsmaske

Zudem sollen E-Scooter das Geschäft beleben. Uber investierte kürzlich 170 Millionen US-Dollar in den E-Scooter-Anbieter Lime. "Wir werden jetzt wirklich harte Entscheidungen treffen, damit wir so viel Klarheit wie möglich haben, vorankommen und wieder mit Zuversicht aufbauen können", heißt es in der Nachricht des Vorstandschefs.

Zu Änderungen kommt es auch bei den Uber-Fahrern. Sie müssen vor der Fahrt ein Selfie mit Gesichtsmaske machen, damit sie grünes Licht bekommen. Fahrgäste dürfen nur auf der Rückbank Platz nehmen und sind dazu aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, das Fenster zur Belüftung zu öffnen und möglichst mit Karte statt Bargeld zu bezahlen. (rom)

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