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Wirtschaft

Trotz Corona: Österreicher so vermögend wie noch nie

25. August 2020 12:01 Uhr

Das Finanzvermögen der Österreicher stieg insgesamt auf 722 Milliarden Euro.

WIEN. Auf den Rekordverlust folgte ein Rekordanstieg.

Die Corona-Pandemie hatte massive Auswirkungen auf das Finanzvermögen und das Sparverhalten privater Haushalte in Europa. Im ersten Quartal hat sich das Kapital der Europäer um insgesamt rund 771 Milliarden Euro oder 3,0 Prozent gegenüber Dezember 2019 reduziert. Die Österreicher kamen mit einem Verlust von 15 Milliarden Euro oder 2,2 Prozent vergleichsweise gut davon.

Auf den Rekordverlust folgte ein Rekordanstieg: Per Ende Juni ist das Finanzvermögen österreichischer Anleger dank Erholung der Kapitalmärkte und hohen Neuanlagen laut Prognose bereits wieder auf Topniveau. Das zeigt eine Analyse der ING Bank in Österreich. Dazu wurden durch Barkow Consulting Daten der Deutschen Börse, der EZB und von Eurostat ausgewertet. Der Ausblick für das erste Halbjahr wurde auf Basis der Entwicklung der Kapitalmärkte mit Hilfe umfangreicher statistischer Schätzverfahren ermittelt.

Erwartet heftig hat sich die Corona-Pandemie im ersten Quartal auf das Finanzvermögen privater Haushalte der Eurozone ausgewirkt. Obwohl über 165 Milliarden Euro neu in Finanzanlagen geflossen sind - und damit so viel wie seit 2007 nicht mehr in einem Jahresanfangsquartal -, hat sich ihr Gesamtwert kapitalmarktbedingt um 771 Milliarden Euro oder um 3,0 Prozent gegenüber Dezember 2019 auf 25,1 Billionen Euro reduziert. Das war der mit Abstand höchste Finanzvermögensverlust binnen drei Monaten in den vergangenen 20 Jahren. 

Die Österreicher sind im ersten Quartal noch vergleichsweise gut davongekommen. Grund dafür ist laut ING der vergleichsweise hohe Anteil an Bankeinlagen inkl. Bargeld (41 Prozent vs. Eurozone 35 Prozent) und sonstigen Anteilsrechten an Unternehmen (19 Prozent vs. Eurozone 7 Prozent), die entweder gar nicht oder nur in geringem Maße auf Schwankungen des Kapitalmarktes reagieren.

So heftig und unerwartet die Corona-Pandemie einschlug, so schnell scheint ihr negativer Effekt auf das Finanzvermögen auch schon wieder verpufft. Mit der Erholung der Kapitalmärkte und weiterhin sehr hohen Neuanlagen stieg das Finanzvermögen in Österreich um schätzungsweise 3,0 Prozent oder 21 Milliarden Euro auf einen  Rekordwert von 722 Milliarden Euro per Ende Juni 2020. Innerhalb eines Quartals ist dies der höchste absolute Vermögensanstieg aller Zeiten sowie der dritthöchste prozentuale Anstieg der vergangenen 20 Jahre. Wohin das Geld floss, steht in der Studie nicht.

Betrachtet man laut der Studie den Nettoeffekt im ersten Quartal 2020 verglichen mit den vergangenen zwölf Monaten, also die Summe aus Mittelzuflüssen (Einzahlungen) und Wertentwicklung (Rendite), liegt der gesamte Euroraum weiterhin mit 1,4 Prozent im Plus. Gleiches gilt für fast alle Einzelländer. Mit Griechenland, Italien, Belgien und Spanien liegen nur vier von 19 Ländern auch gegenüber dem Vorjahreswert im roten Bereich.

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