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Streik während Österreichs EM-Auftritt: "Arbeit darf nicht arm machen"

Von Elisabeth Prechtl, 17. Juni 2024, 22:18 Uhr
Streik während Österreichs EM-Spiel: "Arbeit darf nicht arm machen"
Die Radboten traten gestern nicht in die Pedale, sondern streikten. (vida)

WIEN. Im Ringen um einen neuen Kollektivvertrag haben die Radboten heute in vier Bundesländern protestiert

Wegen der stockenden Verhandlungen über einen neuen Fahrradboten-Kollektivvertrag (KV) haben die Essenszusteller gestern Abend zwischen 17.30 und 22 Uhr, also in der Zeit des EM-Fußballspiels Österreich–Frankreich, gestreikt. Wien, Graz, Salzburg und Klagenfurt waren betroffen. In Wien nahmen  200 Boten teil, sagte vida-Landesvorsitzender Helmut Gruber am Abend. Die Streikversammlung in Wien habe in ein Lokal verlegt werden müssen, weil die bestreikten Unternehmen die Versammlungen untersagt hätten.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 8,7 Prozent, das Angebot der Arbeitgeber lag zuletzt bei 5,8 Prozent. "Bei der Forderung nach einer Teuerungsabgeltung reden wir nicht von Luxus. Wir reden davon, dass Arbeit nicht arm machen darf", so Markus Petritsch, vida-Vorsitzender des Fachbereichs Straße. Der KV-Monatslohn liegt bei 1730 Euro brutto.

Seit Monaten stehen die Verhandlungen, immer wieder gibt es Streiks. Viele Fahrradboten sind allerdings gar nicht vom KV erfasst, da sie als freie Dienstnehmer oder Selbstständige unterwegs sind. In Österreich gibt es 4500 Fahrradboten, gut 2000 sind nach KV angestellt. Der Zustelldienst Lieferando stellt nach KV an, beim Konkurrenten Foodora gibt es vor allem freie Dienstnehmer. Foodora und Lieferando gaben an, nicht mit wesentlichen Einschränkungen bei der Essenszustellung zu rechnen. Eine Lohnerhöhung um 8,7 Prozent sei wirtschaftlich nicht darstellbar, so ein Lieferando-Sprecher: "Die dafür nötigen Preisaufschläge würden Kunden nicht mitgehen."

Bald Streiks in Logistikbranche?

Auch bei KV-Verhandlungen für die 25.000 Arbeiter in den Speditions- und Lagereibetrieben gibt es nach vier Runden keine Einigung. In der Vorwoche hat die vida ihre Gangart verschärft und eine Streikfreigabe beim ÖGB beantragt.

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Autorin
Elisabeth Prechtl
Redakteurin Wirtschaft
Elisabeth Prechtl
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1  Kommentar
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Kopfnuss (10.050 Kommentare)
am 18.06.2024 07:59

Bei den niedrigen Gehältern und auch sonst nicht besonders guten Bedingungen verstehe ich die Forderung einer ordentlichen Inflationsanpassung ebenso wie den Streik.

Nur: es wird vielen einfach völlig egal sein. Dann bestellt man ein oder zwei Tage nichts zum Essen.
Im Vergleich zu anderen Bereichen ist die Macht der Arbeitsniederlegung eine sehr geringe.

Bedauerlicherweise geben die meisten Kunden auch nur sehr wenig bis gar kein Trinkgeld. Beim Kellner, der die Getränke wenige Meter weit serviert ist man oft spendabler als bei jemandem, der durch die halbe Stadt mit dem Fahrrad unterwegs ist.

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