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Wirtschaft

Steirer Chiphersteller ams will Osram übernehmen

Von OÖN   13. August 2019 00:04 Uhr

Steirer Chiphersteller ams will Osram übernehmen
Das Osram-Werk in Regensburg soll ausgebaut werden.

GRAZ / MÜNCHEN. Österreicher bieten bis zu 4,3 Milliarden Euro für Licht-Konzern.

Der österreichische Sensor-Chip-Hersteller ams AG mit Sitz in Premstätten bei Graz will die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle ausstechen und den angeschlagenen Münchner Lichttechnik-Konzern Osram für bis zu 4,3 Milliarden Euro übernehmen.

Auf große Begeisterung stößt das Angebot dort nicht. ams hatte schon vor wenigen Wochen ein ähnlich hohes Angebot gelegt und es dann wieder zurückgenommen. Vorstand und Aufsichtsrat haben den Aktionären geraten, das Angebot der US-Investoren, das rund zehn Prozent unter jenem der ams liegt, anzunehmen.

"Berechtigte Bedenken"

ams-Chef Alexander Everke sagte gestern in einer Telefonkonferenz, Osram habe "in der Vergangenheit berechtigte Bedenken geäußert". Er sei der Meinung, mit dem Angebot, das jetzt unterbreitet wurde, habe man auf all diese Bedenken eine Antwort gefunden. Dem dürfte so sein: Osram habe nach einer vorläufigen Beurteilung beschlossen, in Verhandlungen "über den Abschluss einer Zusammenschlussverinbarung mit ams einzutreten", teilte das Unternehmen noch am Montag mit. Das Finanzierungskonzept dürfte "verbindlich und tragfähig" sein.

ams ist mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro deutlich kleiner als Osram mit 4,1 Milliarden Euro in den jeweils abgelaufenen Geschäftsjahren. Nach offiziellen Geschäftszahlen hatte ams am Ende des ersten Quartals bereits langfristige Schulden in der Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro. Bei Osram wurde deshalb nach dem ersten Übernahmeangebot vor wenigen Wochen sogar gerätselt, ob das steirische Angebot überhaupt ernst gemeint war.

ams-Chef Everke, ein ehemaliger Siemens-Manager, stellt eine Stärkung des Osram-Standortes in Regensburg in Aussicht. "Wir wollen Teile der Produktion von Asien nach Deutschland übersiedeln", sagte Everke. Wenn Osram grünes Licht gibt, sei der Beginn der Angebotsfrist für den 5. September geplant. Einen Abschluss erwartet er in der ersten Jahreshälfte 2020.

Die britische Großbank HSBC und die Schweizer UBS wollen die milliardenschwere Übernahme finanzieren. Einen Teil davon will die in der Schweiz börsenotierte ams später durch eine Kapitalerhöhung im Volumen von 1,5 Milliarden Euro wieder refinanzieren.

Zeitleiste

1906 - Die Deutsche Gasglühlicht-Anstalt meldet das Warenzeichen Osram beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Osram steht für Osmium und Wolfram, beide Elemente werden in Glühfäden verwendet.

1918 - Marktführer: Die Deutsche Gasglühlicht AG gliedert ihr Glühlampengeschäft in die Osramwerke GmbH aus. In den 1930ern gehört Osram zu den weltweit führenden Herstellern.

1954 - Wegen der Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Sitz von Berlin nach München verlegt. Am Münchner Stachus-Rondell hängt bis heute der Nachkriegsjahre-Schriftzug „Osram, hell wie der lichte Tag“.

2013 - Börsegang: Ab 1978 ist Osram eine 100-prozentige Siemens-Tochter. 2013 wird Osram abgespalten und an die Börse gebracht. Die Papiere notieren im Frankfurter MDAX.

2016 - Osram wird immer kleiner: Osram verkauft sein traditionelles Lampengeschäft an einen chinesischen Investor. 2017 verkauft Siemens seine Osram-Restbeteiligung. Mit Gewinn und Umsatz geht es bergab.

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