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Wirtschaft

Sportwetten in Österreich: 63 Euro Einsatz pro Sekunde

Von nachrichten.at/rom   24. September 2020 13:24 Uhr

Im Lockdown verloren die Sportwettenanbieter 70 bis 80 Prozent ihres Umsatzes.

LINZ. Rund zwei Milliarden Euro werden jedes Jahr in Österreich auf Sportereignisse gewettet, das sind etwa 63 Euro pro Sekunde. Die Branche sichert mehr als 3000 Arbeitsplätze, kämpft um ein verbessertes Image und fordert einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen. 

Abzocke, Glückssache, Suchtfaktor, am Rande der Illegalität: Der Sportwettenbranche haften in der Bevölkerung mehrere Vorurteile an. „Dabei sind Sportwetten in Österreich seit 40 Jahren legalisiert“, sagte heute Jürgen Irsigler, Präsident des Österreichischen Sportwettenverbands, bei einem Pressegespräch in Linz.

Anlass dafür waren eine Studie der Linzer Kepler-Uni, der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung und des Linzer Market-Instituts im Auftrag der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Sie wurde dem Corona-Lockdown erstellt. Wesentlichste Erkenntnis: Sportwetten seien in Österreich ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, sagte der Linzer Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider. Die Branche sichere in Österreich 3164 Vollzeitarbeitsplätze und trage jährlich mit 382,9 Millionen Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Der durchschnittliche Wettteilnehmer bei Sportwetten ist männlich, jünger als 30, hat Migrationshintergrund und wettet vorwiegend online, wertete das Market-Institut aus. Der Markt sei „jung und dynamisch wachsend“, sagte Institutsvorstand David Pfarrhofer. Die Österreicher setzen im Durschnitt 22 Euro pro Sportwette. Am höchsten im Kurs steht Fußball, gefolgt von Tennis und Eishockey. 

In Österreich sind 35 Sportwettenanbieter in zwei Verbänden aktiv. 20 Anbieter haben ihren Sitz in Oberösterreich. Corona traf auch die Sportwetten hart: Im Lockdown habe die Branche mit Umsatzrückgängen von 70 bis 80 Prozent zu kämpfen gehabt, räumte Irsigler ein. Weil kaum Sportveranstaltungen stattfanden, wurden nur wenige Wetten abgeschlossen. Mittlerweile seien die Anbieter wieder auf 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus.

Neben einer Imagekorrektur sehen die Verantwortlichen vor allem bei der Rechtslage Aufholbedarf. Sportwetten sind in Österreich Ländersache, was neun unterschiedliche Rechtsnormen zur Folge hat. Die Branchenverbände fordern einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen. Im Gegensatz zu Deutschland werden Sportwetten in Österreich nicht als Glücksspiel deklariert.  

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