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Wirtschaft

Rekord zwischen Diesel-Skandal und E-Mobilität

14. Dezember 2019 00:04 Uhr

Rekord zwischen Diesel-Skandal und E-Mobilität
Hans-Peter Schützinger

WIEN. Die Salzburger Porsche Holding steigerte trotz einiger Dämpfer den Kfz-Absatz um 1,9 Prozent.

Im heurigen Jahr, in dem der österreichische Automarkt bei den Zulassungen um 4,4 Prozent schrumpft, vermeldet die Salzburger Porsche Holding (PHS) Historisches: Hinter dem Dauer-Primus Volkswagen (16,1 Prozent Marktanteil) parken heuer erstmals die beiden Konzernmarken Skoda (8,4 Prozent) und Seat (6,2 Prozent). "Die ersten drei Plätze – das gab’s noch nie!", freute sich folglich Vorstandssprecher Hans-Peter Schützinger gestern bei der traditionellen PHS-Bilanzpressekonferenz.

Insgesamt erreichte die PHS mit 34,9 Prozent Marktanteil ein Rekordergebnis. Die Salzburger rechnen heuer in Österreich mit 326.000 neu zugelassenen Pkw (2018: 341.068). Unter den Top 10 reihen sich sieben Modelle aus dem VW-Konzern ein. Während Skoda um 0,9 und Seat um 0,5 Prozentpunkte zulegten, verbuchte VW ein Minus von 0,6 Prozentpunkten. Drei Ursachen sieht Schützinger für den Dämpfer: erstens den neuen Lieferweg für den Polo, der aus Südafrika nach Österreich exportiert wird, zweitens die Lieferschwierigkeiten beim Passat und drittens den Wegfall des beliebten 115-PS-TDI. Was Schützinger nicht verrät: Der Dauer-Zulassungssieger VW Golf büßte ein und musste den Skoda Octavia vorbeiziehen lassen: Platz zwei nach mehr als 40 Jahren Rang eins.

Wechselbad international

International wechseln Verlust und Erfolge ab: Im wichtigen Markt Tschechien bremsten sich die Zulassungen der PHS um 5,5 Prozent ein, Rumänien (+18,1 Prozent) und Ungarn (+10 Prozent) starteten durch. In den zwölf osteuropäischen Ländern, in denen die PHS aktiv ist, legte sie um 3,5 Prozent zu. Die Unruhen in Südamerika ließen das Geschäft in Chile einbrechen. Auch der Markt Kolumbien schleuderte ins Minus. "Wir hoffen, dass sich diese Märkte nächstes Jahr stabilisieren."

Unter dem Strich steigert die Porsche Holding ihren Neuwagenabsatz auf 757.200 Einheiten (hochgerechnet bis Jahresende), bleibt ein weltweites Plus von 1,9 Prozent. Mit den Nachwirkungen des Dieselskandals kämpfen die Salzburger noch immer. 560 Einzelklagen liegen noch bei österreichischen Gerichten. In erster Instanz gewann die PHS heuer 133 von 169 Verfahren, in der zweiten Instanz 67 von 77. In drei OGH-Urteilen wurde auf Nichtzuständigkeit erkannt bzw. auf das Urteil der Erstinstanz verwiesen. "Es liegt kein rechtskräftiges Urteil gegen die Porsche Holding vor", resümiert ein Rechtsanwalt des Unternehmens. Über die Sammelklage des VKI, die ebenfalls noch anhängig ist, hat der OGH noch nicht geurteilt. Bei 93 Prozent der betroffenen Diesel-Autos wurde das Software-Update eingespielt.

Dass die VW-Konzernmarken nächstes Jahr das EU-Emissionslimit schaffen, davon ist Schützinger fest überzeugt. Um die Vorgaben zu erreichen, würden nicht nur saubere Diesel- und Benzinmotoren helfen, sondern auch die neuen Hybrid- und Elektro-Modelle. Aus ganz Österreich trudelten 1000 Bestellungen für den ID.3 ein. "Wir könnten 2020 mit Sicherheit mehr verkaufen, bekommen aber nicht mehr." Der Verkaufsstart des VW-Stromers startet im April. (heb)

Porsche Bank

Ein Rekordergebnis liefert auch die Porsche Bank: 45 Prozent aller verkauften Fahrzeuge werden auf Pump gekauft.

Als die Porsche Bank im Jahr 2002 gegründet wurde, lag die Quote bei zwölf Prozent. 1,8 Millionen Leasingverträge sind die Basis für 6,6 Milliarden Euro Umsatz.

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