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Wirtschaft

Österreicher entdecken die Aktien, aber Sparbuch und Bausparer dominieren

Von Hermann Neumüller  13. Januar 2022 00:08 Uhr

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WIEN / LINZ. Monatlicher Betrag für die finanzielle Vorsorge deutlich auf 226 Euro gestiegen

Die Corona-Pandemie hat das Vorsorgebewusstsein der Österreicherinnen und Österreicher deutlich gestärkt. Das geht aus einer von der Erste Bank Österreich und der Wiener Städtischen Versicherung in Auftrag gegebenen Umfrage hervor. Durchgeführt wurde die am Mittwoch präsentierte Studie vom Linzer Marktforschungsinstitut Imas.

Pro Monat legten die Österreicher im Durchschnitt 226 Euro für Vorsorge zurück. Der Betrag ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Im Jahr 2020 waren es 161 Euro und 2019 120 Euro. Männer (277 Euro) legten 2021 durchschnittlich mehr zurück als Frauen (173 Euro).

Man sehe, "dass die Pandemie ein Umdenken bei den Menschen gebracht hat, dass sie mehr zur Seite legen wollen", sagte Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen. Für 89 Prozent der Befragten sei das Thema sehr bzw. eher wichtig, das sei der höchste Wert, der bei der Umfrage seit 2017 erzielt wurde.

Die wichtigsten Vorsorgethemen sind vor allem Gesundheit (68 Prozent), der Aufbau von Reserven für Krisenfälle (68 Prozent) sowie die Pension (64 Prozent). Dass das Thema Pflege mit 31 Prozent den letzten Platz der abgefragten Vorsorge-Themen belegte, bedauerte Bartalszky.

Bei den derzeit genutzten Sparformen dominieren weiterhin die "Klassiker" Sparbuch bzw. Sparkarte, Lebensversicherung und Bausparer (siehe Grafik). Dass aber Fondsparpläne und Wertpapiere wie Aktien in der Gunst der Bank- und Versicherungskunden zulegen konnten, sei eine "erfreuliche Entwicklung", sagte Erste-Bank-Vorstandsvorsitzende Gerda Holzinger-Burgstaller. Der Trend sei zwar eindeutig, es gehe aber nur langsam voran. Das sei eine wichtige Beratungsaufgabe für Finanzdienstleister.

Das Geld, das die Österreicher in der Pandemie "zwangsweise" sparen mussten, weil etwa Reisen kaum möglich waren, sei "primär auf Girokonten geflossen", sagte Holzinger-Burgstaller, nur ein kleiner Teil sei als finanzielle Vorsorge zurückgelegt worden. Bei der Erste Bank gehe man davon aus, dass der private Konsum deutlich zunehmen werde, sobald dies wieder möglich ist.

"Dauerschleife Corona"

Die Grundstimmung in der Bevölkerung sei auch am Ende des zweiten Pandemiejahres eher getrübt, sagte Imas-Studienautor Paul Eiselsberg. Aufgrund der "Dauerschleife Corona" herrsche eine "sehr skeptische, sehr gedämpfte, sehr sorgenvolle Grundstimmung" vor. Damit bleibe das kurzfristige Stimmungsbild zum Vorjahr relativ konstant.

Mittelfristig, also für die kommenden zwei bis drei Jahre, sei die Zuversicht etwas größer. Ein Hoffnungsschimmer sei, dass die Grundstimmung sehr volatil sei und sich je nach Corona-Situation auch wieder verändern könne. Wirtschaftlich glaube rund jeder Zweite (52 Prozent), dass sich die Lage eher verschlechtern als verbessern werde. Dabei seien Frauen und Jüngere tendenziell skeptischer.

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Hermann Neumüller

Redakteur Wirtschaft

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